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Fahrraddiebstahl

Allgemein

Fahrraddiebstahl: Wie den Drahtesel schützen?

Was könnt ihr für die Sicherheit eures Fahrrads selbst tun und welche Schritte solltet ihr anwenden, wenn Tag X eingetroffen ist und euer Bike nicht mehr an Ort und Stelle steht? In diesem Beitrag geht es sowohl um die eine als auch um die unschöne andere Sache: Fahrradschutz und Fahrraddiebstahl.

Fahrradschutz

Der Drahtesel ist für echte Radsportfans eher ein stattliches Ross als ein alter Gaul. Kein Wunder, dass hier nicht nur Liebe, sondern auch Geld investiert wird, um es möglichst lange im heimischen Stall zu wissen. Was ihr tun könnt, um euer Lieblingsbike zu schützen, erfahrt ihr jetzt.

Fahrrad-Rahmennummer

Jedes Fahrrad hat eine sogenannte Fahrrad-Rahmennummer. Diese Nummer, bestehend aus Zahlen und Buchstaben, muss ein Fahrradhersteller in den Rahmen eines jeden von ihm hergestellten Fahrrades stanzen. Für dieses Verfahren gibt es Normvorschriften. Diese besagen unter anderem, dass jede Rahmennummer nur einmal vergeben werden kann. Die Rahmennummer stellte einst die wichtigste Hilfe beim Fahrraddiebstahl dar. Heutzutage halten sich nicht alle Hersteller daran und es kommt zu Doppelungen. Dennoch ist die Rahmennummer nach wie vor ein Basisnachweis für den Besitzer.

Rahmennummer notieren und aufbewahren

Sie ist an jedem Fahrrad genau einmal vorhanden. Ihr könnt sie an unterschiedlichen Stellen ausfindig machen:

  • Rahmenrohr
  • hintere Streben
  • Sattelstütze
  • unter der Sattelklemme
  • Radaufhängung
  • am Tretlager (unten)
Rahmennummern am Fahrrad

Rahmennummer am Fahrrad

Der Ort der Stanzung ist abhängig vom Hersteller.

Die Rahmennummer sollte bei der Versicherung, bei einer Registrierung sowie bei Diebstahl angegeben werden.

Fahrradcodierung

Wem die Rahmennummer nicht ausreicht, kann sich zusätzlich über eine weitere Fahrradcodierung absichern.

Etikettierung

Zur Sattelhalterung hin ragt der Rahmen besonders gerade nach oben. Das ist der Teil, an dem die Polizei gern ihr Etikett mit einer eigenen Fahrrad-ID anbringt. Diese Nummer ist für das Fahrrad so wichtig wie für euch der Personalausweis – eine einzigartige Identifikationsmöglichkeit, die ihm die Polizei oder entsprechend beauftrage Personen vergibt.

Die Fahrradcodierung wird in unbestimmten Abständen in jeder Stadt angeboten. Häufig begeben sich die Männer und Frauen mit Block und Aufkleber in belebte Straßen oder entlang von Fahrradwegen. Sie machen euch zum offiziellen Besitzer, indem ihr euren Namen, die Anschrift und Kontaktdaten auf den bereits erwähnten Block schreibt und euer Bike mit einer eigenen ID versehen wird.

Anschließend werden die Daten in einer Datenbank abgeglichen und gespeichert.

FEIN-Codierung

Das relativ neue Verfahren stellt anstelle einer Etikettierung ein Einfräsen einer Nummer in den Rahmen dar – die sogenannte FEIN-Codierung. Als Codekomponenten dienen die Initialen des Besitzers sowie die Anschrift. Abweichende Varianten sind zum Beispiel Initialen samt Geburtsjahr.

Um das eigene Fahrrad mit einer FEIN-Codierung zu versehen, benötigt ihr zwingend folgende Dokumente:

  • gültigen Personalweis
  • Kaufbeleg

Nach der ID-Erstellung erfolgt das Fräsen in einer Tiefe bis zu 0,15 mm. Anschließend wird die Codierung mit einer durchsichtigen Klebefolie vor Witterungsverhältnissen geschützt.

Die FEIN-Codierung findet an bestimmten Terminen statt. Durchgeführt werden sie unter anderem vom ADFC (Allgemeiner deutscher Fahrradclub). In welchen Städten der ADFC vertreten ist, könnt ihr hier herausfinden.

FEIN steht für Friedberger Eigentümer-Identifikations-Nummer und ist ein Verfahren der Polizeidirektion Friedberg in Zusammenarbeit mit der Polizei von Bergisch-Gladbach. Es wird bereits bundesweit angewandt.

Umstritten ist das Fräsen der FEIN in einen Carbonrahmen und andere Leichträder- sowie sehr dünnen Rahmen. Einige Hersteller sind der Meinung, dass durch das Fräsen die Garantiebedingungen verletzt werden und sie keine Garantie mehr gewähren können. Der Grund: Es bestünde die Möglichkeit, dass durch den Eingriff der Rahmen seine Stabilität verlieren könnte und das Rad nicht mehr verkehrssicher sei.

Ihr solltet euch also zuvor bei eurem Hersteller informieren, ob die Garantie nach dem Einbringen der FEIN noch Bestand hat.

Chipverfahren – Achtung: Betrugsversuch möglich

Eine weitere, jedoch in Deutschland gescheiterte Methode ist das Anbringen eines Chips an der Sattelstütze.

Der Grund des Scheiterns liegt in der Kosten-Nutzen-Rechnung. Eine Chipherstellung und -befestigung kostet viel Geld. Zudem ist es möglich, den Chip restlos zu entfernen, wenn man den Dieben genug Zeit ließe. Des Weiteren bedarf das Auslesen eines Chips eines kompatiblen Lesegerätes, das extra zu diesem Zweck geschaffen werden müsste. Da jedes Chipverfahren anders sein kann, benötigt man ebenso viele Lesegeräte. Bisher konnte sich kein Verfahren dieser Art durchsetzen.

Denkt daher bitte daran: Wer euch eine Chipcodierung verkaufen möchte, sollte lieber gründlich auf einen etwaigen Betrugsversuch überprüft werden!

Fahrradpass

Eine recht neue Methode, sein Fahrrad zu registrieren, ist der Fahrradpass. Er kann über den Appstore und Google-Play bezogen oder als PDF-Vorlage ausgefüllt, abgeschickt und ausgedruckt werden.

Fahrradpass

Fahrradpass

Im Fahrradpass gebt ihr folgende Daten an:

  • Persönliche Daten (Namen, aktuelle Anschrift)
  • Händler
  • Kaufpreis
  • Kaufdatum
  • Fahrrad-Rahmennummer
  • Fahrradcodierung (FEIN, Etikettierung, Chip etc.)
  • Fahrradbeschreibung: Typ, Name, Hersteller, Farbe, Höhe, Größe, Reifengröße, Aufkleber, Accessoires und andere Besonderheiten, Zubehör, zum Beispiel Fahrradkorb, Schaltung (Gänge, Naben- oder Kettenschaltung)

Zudem müsst ihr ein Foto von eurem Bike integrieren.

Die Daten werden gespeichert und/oder ausgedruckt. Wird euer Rad gestohlen, könnt ihr die Daten zur Polizei bringen und mit gefundenen oder beschlagnahmten Rädern abgleichen lassen. Außerdem steht euer Fahrrad auf der „Fahndungsliste“, was bedeutet, dass ein regelmäßiger Abgleich mit gefundenen Rädern erfolgt.

Mehr zum Fahrradpass gibt es in einer Broschüre unter polizei-beratung.de.

Drahtesel in die Versicherungspolice aufnehmen

Wer eine Hausratsversicherung hat, kann je nach Angebot, diese erweitern mit einer Fahrradversicherung. Das bedeutet, dass ihr bzw. euer Fahrrad bis zu einem bestimmten Betrag versichert seid.

Die Police ist in den meisten Fällen keine Extra-, sondern eine erweiterte Versicherung.

Fahrradversicherung: was ihr darüber wissen müsst

Prüft im Kleingedruckten, unter welchen Bedingungen euer Fahrrad versichert ist. Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Ein Beispiel: Fahrrad hat ab 22 Uhr und bis 6 Uhr morgens in einem verschließbaren Raum, abgeschlossen, zu stehen. Das heißt in diesem Fall: Wer sein Rad in diesem Zeitfenster nicht in einem Raum mit Tür und Schloss beherbergen kann, verliert das Recht auf Ersatz. Am Tage sollte es angeschlossen sein, und das nicht nur um sich selbst.

Ob ihr ein Ross oder einen Gaul besitzt, mit anderen Worten, welchen materiellen Wert das Fahrrad hat, kann entscheidend für die Höhe des Versicherungsbetrags sein. Diese wird pauschal oder prozentual festgelegt, abhängig von dem zu versichernden Gesamthausrat. Der Standard liegt bei 1 Prozent. Im schlimmsten Fall bezahlt ihr einen Standardbeitrag, der die Ersatzkosten nicht adäquat decken kann. Besitzer von sehr teuren Rädern, die einen Materialwert von 1000 Euro und mehr aufweisen, sollten sich vor dem Abschließen der Police über die maximale Versicherungshöhe erkundigen.

Fahrrad optimal abschließen

Dass es gar nicht erst zum befürchteten Fahrradklau kommt, hängt oft genug mit der Wahl des Schlosses und der Methode, wie ihr euer Rad an- bzw. abschließt, zusammen.

Wer einmal in der Verlegenheit war, der Polizei oder der Versicherung zu erklären, wie er das Fahrrad abgeschlossen hatte, bevor es Opfer eines Diebstahls wurde, kennt die optimale Methode genau:
Ist das Fahrrad nur mit sich selbst gesichert gewesen?

Ihr solltet eine Stelle suchen, an dem ihr das Rad mit einem Gegenstand fixieren könnt. Das kann ein Geländer, ein Pfahl oder ein Fahrradständer sein. Den Dieben solltet ihr es so schwer wie möglich machen. Wenn Sie zunächst einen Pfahl zerschneiden müssten, um an euer Bike heranzukommen, werden sie sich die Mühe sparen.

Wie viele Schlösser sicherten das Fahrrad am Tag des Diebstahls?

In Hochburgen des Fahrraddiebstahls, wie es zum Beispiel auf Studentenstädte und Metropolen zutrifft, solltet ihr mehr als ein Schloss zur Sicherung nutzen. Je mehr Mühe Diebe mit eurem Rad haben, umso weniger Gefahr besteht darin, dass es geklaut wird.

Wo waren die Schlösser angebracht?

Die sicherste Methode ist jene, eine Stelle am Fahrrad zu finden:

  1. an der das Fahrradschloss nicht, ohne es zu zerschneiden, entfernt werden kann
  2. die zu einem festen Bestandteil des Fahrrads zählt

In beiden Fällen kann die Antwort nur lauten: am Rahmen. Der Rahmen ist der Rumpf des Fahrrades. Alle anderen Teile werden nachträglich hinzugefügt und können mit geeigneten Werkzeugen auch wieder entfernt werden. Das gilt für Hinter- und Vorderrad ebenso wie für Sattelstütze oder Lenker.

Tipp: Sucht an eurem Rad eine Stelle, an dem drei zueinander verlaufende Rahmenrohre ein hohles festes Dreieck bilden. Schließt euer Fahrrad in dem Dreieck ab.

Faltschloss richtig befestigt

Faltschloss richtig befestigt

Arten von Schlössern

Ihr habt die Wahl zwischen dem Kabelschloss, Spiralschloss, Bügelschloss, Kettenschloss und dem Faltschloss.

Kabel- und Spiralschlösser als Zweitschloss

Grundsätzlich sind Kabel- und Spiralschlösser als Zweitschloss geeignet. Vor allem in Diebstahlhochburgen tun sie ihren Dienst. Als Hauptschutz für das Fahrrad sind sie jedoch in den wenigsten Fällen ausreichend. Bolzenschneidern hält das Schloss nicht stand. Als Zweit- oder Drittschloss ist es aufgrund seiner einfachen Handhabung und seines leichten Gewichts zu empfehlen.

Kabelschloss

Kabelschloss

Rahmenschloss

Diese Schlösser befinden sich bereits beim Kauf am Rahmen des Fahrrades oder können nachträglich angebracht werden. Im Prinzip handelt es sich um eine effektive Wegfahrsperre, die in der Regel unmittelbar über dem Hinterrad montiert ist. Das Schloss besteht aus einem verschiebbaren, gebogenen Riegel und einer Schiene, die gleichzeitig als Verkleidung und Schloss dient. Man nennt es auch Schnappschloss. Bei Aktivierung, durch Knopfdruck oder Hebel, schiebt sich der Riegel aus der Schiene. Er umkreist den oberen Teil des Hinterrades in einem 360-Grad-Winkel.

Rahmenschloss

Rahmenschloss

Dabei sichert er es. Das Schloss wird mit dem passenden Schlüssel verschlossen. Der Riegel wird daran gehindert, in seine Ausgangsposition zurückkehren kann. Vorteil des Rahmenschlosses ist die Tatsache, dass ihr es nie suchen müsst, denn es befindet sich bereits festmontiert am Fahrrad und kann nicht davon gelöst werden. Es hat wenig Gewicht und fällt euch nicht zur Last. Nachteil: Mehr als eine Wegfahrsperre kann es nicht sein. Als Zweitschloss ist jedoch sehr wertvoll.

Rahmenschloss mit Kette

Rahmenschloss mit Kette

Das obere Bild zeigt eine Kombination aus Rahmenschloss und Kette. In diesem Fall habt ihr eine effektive Wegfahrsperre und zugleich ein Schloss, mit dem ihr euer Fahrrad mit einem unbeweglichen Gegenstand sichern könnt (im Bild ist es ein Pfeiler). Damit hat das Rahmenschloss die Qualität eines Hauptschlosses erreicht.

Kettenschloss

Das Kettenschloss besteht aus einer Metallkette und einem Hängeschloss. Ist die Kette kräftig genug, kann das Hängeschloss zur Schwachstelle werden. Daher solltet ihr neben der Stärke der Kette sehr viel Wert auf das Schloss legen. Ein Zahlen- in Verbindung mit einem Schlüsselschloss verspricht mehr Sicherheit.

Kettenschloss

Kettenschloss

Bügelschloss

Bügelschlösser sind aufgrund ihres harten Materials wertvolle Hauptschlösser. Zu wünschen lässt jedoch ihre Flexibilität. So wie der Name schon sagt, handelt es sich bei dem Bügelschloss um ein halbrundes Objekt, das in die Räder oder um den Rahmen angebracht werden kann. Beide Enden enthalten je einen Schließkolben. Ein rechteckiger Block mit Schließvorrichtung komplettiert das Bügelschloss.

Bügelschloss

Bügelschloss

Aufgrund der starren Bauweise ist es schwer, das Fahrrad mit einem festen Objekt zu verbinden. Oft bleibt nur, das Fahrrad mit sich selbst zu sichern.

Faltschloss

Die Stabilität eines Bügel- und die Flexibilität eines Kabelschlosses weist das Faltschloss auf. Die Vereinigung dieser positiven Eigenschaften verdankt es seiner Konstruktion. Das Faltschloss besteht aus stabilen Metallstäben, die durch Glieder miteinander verbunden sind.

Faltschloss

Faltschloss

Es lässt sich an diesen Stellen bewegen – und wie der Name schon sagt: falten. Mit diesem Schloss ist es wesentlich einfacher, das Fahrrad mit einem Geländer oder einem Pfahl abzuschließen. Das Faltschloss lässt sich zusammenfalten und nimmt daher weniger Platz im Gepäck ein als zum Beispiel ein Bügelschloss. Das Gewicht ist mittel. Es ist schwerer als ein einfaches Kabelschloss, aber wesentlich leichter als Bügel- oder Kettenschloss.

Alarmanlage

Bei sehr teuren Fahrrädern lohnt es sich, über eine Alarmanlage nachzudenken. Dabei muss es sich zwangsläufig um eine Funk-Alarmanlage handeln, da eine kabelgebundene Variante zur Sicherung eines mobilen Gerätes schwerlich verwendet werden kann.

Alarmanlagen bestehen grundlegend aus Zentrale, Sensor und Signalgeber. Sie sind sogenannte Gefahrenmelder. Der Sensor teilt der Zentrale mit, ob Gefahr besteht oder nicht. Droht Gefahr, leitet die Zentrale dies an den Signalgeber. Der Signalgeber kann rein akustischer Natur sein (Sirene) und/oder als stiller Alarm fungieren. Im letzten Fall werdet ihr zeitnah von dem Vorfall unterrichtet, per Handy, Telefon, Pager oder Smartphone. Bei einer Alarmanlage für Fortbewegungsmittel können die Komponenten miteinander verschmelzen. Mindestens zu erwarten ist ein Sensor mit Sirene (versteckt am Fahrrad) und ein Empfänger mit Zentrale, zumeist als Fernbedienung, den ihr bei euch behaltet.

Als Varianten können zum Beispiel folgende in Frage kommen:

Pager: Diese Funkempfänger teilen euch mit, wenn Gefahr droht. Sie bestehen aus je einem Sender mit Sensor und einem Empfänger. Den Sender bringt ihr an eurem Rad an. Den Empfänger nehmt ihr mit. Wenn jemand euer Fahrrad bewegt, erhaltet ihr auf eurem Pager eine Nachricht.

Fahrraddiebstahl via Pager erfahren

Vom Fahrraddiebstahl via Pager erfahren

Alarmanlage mit Bewegungssensor: Das Prinzip ist ähnlich dem des Pagers, doch könnt ihr hier den stillen Alarm (Mitteilung an den Besitzer) mit dem akustischen Alarm (Sirene) verbinden. Außerdem schlägt der Alarm schon weit früher an, nämlich dann, wenn sich jemand eurem Bike nähert. Der Bewegungssensor überwacht seinen Bereich, sobald er scharfgeschaltet wird. Das geschieht in der Regel mittels Fernbedienung. Ein Bewegungssensor ist im Standard mit einer Infrarotfunktion ausgestattet. Es werden also thermische Unregelmäßigkeiten erfasst. Nähert sich ein Objekt, egal ob Hund oder Mensch, ändert sich die Temperatur des Objektes, sie wird wärmer. Befindet sich das Objekt im kritischen Überwachungsbereich, wird Alarm geschlagen.

Für den stillen Alarm muss die Voraussetzung erfüllt sein, dass das Gerät, der Sensor/Signalgeber über einen GSM-Schlitz verfügt. GSM bedeutet Global System for Mobile Communications. Es ist das System, mit dem unter anderem SMS funktionieren. Habt ihr ein GSM-kompatibles Alarmsystem, könnt ihr euch eine Nachricht per SMS auf euer Handy zuschicken lassen.

Alarm via SMS

Alarm via SMS

Hinweis: Bevor das Gerät euch eine Nachricht schicken kann, müsst ihr eure Mobilfunknummer in die Anlage speichern. Die Vorgehensweise ähnelt der, wie ihr neue Telefonnummern eintragt, ist jedoch von Hersteller zu Hersteller verschieden. Näheres findet ihr in der Gebrauchsanleitung. Je nach Gerät können auch mehr Mobilfunknummern hinterlegt werden, also mehr als eine Person alarmiert werden.

Alarmanlage mit Mikrowellensensor: Um das abzusichernde Gebiet herum wird durch den Mikrowellensensor ein Mikrowellenfeld errichtet. Befindet sich bei Scharfschaltung jemand in diesem Feld, wird Alarm geschlagen.

Die hier aufgezählten Geräte können nicht nur ein Fahrrad schützen. Sie werden ebenso an Autos, Booten, Motorrädern oder anderen Fortbewegungsmitteln verwendet. Prüft daher zuvor die Verhältnismäßigkeit: Welchen Materialwert hat mein Fahrrad und bis wann amortisiert sich die Anschaffung einer Alarmanlage?

Hinweis: Eine Alarmanlage am Fahrrad mag Sicherheit vermitteln. Denkt jedoch daran, dass die Sicherheit nur so lange anhält, wie der Kontakt zwischen Sensor, Zentrale und Empfänger besteht. Bei einem Funkkontakt ist die Reichweite ein wichtiger Indikator für die Qualität des Gerätes. Außerdem solltet ihr Störungen einplanen. Professionelle Diebe arbeiten mit Störempfängern, die den Funkkontakt unterbrechen können. Qualitativ hochwertige Anlagen geben Alarm, wenn der Kontakt zwischen Zentrale, Sensor oder Empfänger abbricht.

Wo die Gefahrenmelder am Fahrrad angebracht werden, steht meistens in den Bedienungsunterlagen. So könnt ihr den Sensor zum Beispiel im Trinkflaschenhalter oder unter dem Sattel montieren. Achtet darauf, dass das Gehäuse wasserdicht ist und auch tatsächlich montiert werden soll. Magnete sind aufgrund ihrer Witterungsanfälligkeit als einzige Halterung beispielsweise sehr ungünstig.

GPS-Tracker

GPS bedeutet Global-Positioning-System, zu Deutsch: globales Ortungssystem. Das Prinzip ist einfach: Mit einem GPS-Empfänger kann euer Fahrrad überall dort geortet werden, wo weit über ihm Satelliten schweben. Ein bisschen komplizierter ist es schon, aber für den Gebrauch eines GPS-Trackers genügt die kurze Erklärung.

Ihr benötigt also lediglich einen GPS-Empfänger. Die meisten der Tracker funktionieren mit Handys oder Smartphones. Dafür sorgt ein GSM-Fach, in die ihr eine SIM-Karte einlegen könnt. Wenn ihr den GPS-Empfänger aktiviert, ruft er die aktuelle Position per Satellit ab und übermittelt sie euch via SMS. Ihr erfahrt Ort und Straßennamen. Mit einer entsprechenden App kann das Fahrrad auch über Google Maps geortet werden.

Beim GPS-Tracker kommt es auf die Qualität des Empfangs an. Wenn ihr bereits gut eine halbe Stunde benötigt, damit er eure eigene Position findet, solltet ihr euch für einen anderen entscheiden. Von Vorteil ist es, einen Tracker zu erwerben, der euch nicht nur auf Knopfdruck, sondern auch per Anruf die Position mitteilt. So können mehr als eine Person nach dem verschwundenen Objekt suchen. Eure Freunde rufen das Gerät an und es teilt ihnen den aktuellen Standort mit.

Die Technologie bekommt ihr schon unter 100 Euro wie zum Beispiel hier:

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Hinweis: Es ist gut möglich, dass euer Fahrrad plötzlich gar nicht mehr zu finden ist. Dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Kontakt zum Satelliten abgebrochen. Professionelle Diebe haben einen GPS-sicheren Wagen oder Bereich. In den meisten Fällen besteht dieser aus Blei. Doch irgendwann müssen sie das Rad wieder ins Freie schaffen. Dann kann auch der GPS-Empfänger, insofern sie ihn nicht vorher abgebaut haben, vom Fahrrad wieder Signale abgeben.

Auf diese Weise sind Fahrräder schon in den deutschen Nachbarländern geortet worden.

Fahrrad geklaut – was tun?

Nun ist es passiert: Das geliebte und teure Bike ist weg. Was eure nächsten Schritte sein sollten, erfahrt ihr jetzt.

Fahrraddiebstahl melden

Bei einem Fahrraddiebstahl muss die Polizei davon erfahren. Sie ist in der Lage, ein Verfahren – zunächst – gegen Unbekannt in die Wege zu leiten. Ist in eurer Nähe eine Polizeiwache, dann geht hin oder ruft an.

Wichtig: Bitte nicht die 110 anrufen! Sie ist nur für Gefahr in Verzug gedacht, wenn Leib und Leben auf dem Spiel stehen.

Wählt stattdessen die lokale Telefonnummer. Jede Polizeistation sollte mit Anschrift und Telefonnummer im Internet stehen. Entweder findet ihr sie in den Branchenbüchern oder es existiert eine eigene Webseite.

Zur Polizei

Habt ihr euch dazu entschieden, der Polizeistation einen Besuch abzustatten, werdet ihr beim Pförtner nach euren Personalien und eurem Anliegen befragt. Anschließend werdet ihr in ein Wartezimmer geführt. Dort füllt ihr einen Bogen aus, auf dem ihr neben euren Personalien Angaben zum Tatort sowie zu eurem Fahrrad wahrheitsgemäß beantwortet.

Der Bogen ist ähnlich dem Online-Bogen, die die Online-Wache zur Verfügung stellt.

In einigen Fällen kommt es vor, dass euch ein Sachbearbeiter oder eine Sachbearbeiterin ins Beratungszimmer bestellt und zusätzliche Fragen von euch beantwortet werden müssen.

Onlinewache

Wer sich weder für das Telefon noch für den Besuch begeistern kann, hat die Möglichkeit, sein Anliegen der Onlinewache mitzuteilen. Dabei handelt es sich um automatisch generierte Vorgänge, wie ihr sie aus einer Online-Registrierung kennen könntet – nur viel spezifischer.

Bei der Onlinewache Sachsen beispielsweise wird bei Fahrradangelegenheiten unterschieden zwischen Fahrraddiebstahl und Fahrraddiebstahl aus einem Keller (bzw. abgeschlossenem Raum).

Onlinewache Sachsen Screenshot: Fahrraddiebstahlart auswählen

Onlinewache Sachsen Screenshot: Fahrraddiebstahlart auswählen

Was ihr also bereithalten müsst, sind:

  • persönliche Daten
  • Fahrrad-Rahmennummer und Fahrradcodierung
  • Fahrradbeschreibung + Beschreibung des Zubehörs, aktueller Warenwert
  • Tathergangbeschreibung
  • Händleranschrift
  • Versicherungsangaben

Bei Fahrraddiebstahl außerhalb kommt noch die Frage nach der Sicherheit am Fahrrad dazu (war das Bike in sich oder an einem Gegenstand abgeschlossen). Bei Fahrraddiebstahl innerhalb eines Gebäudes werdet ihr die Frage nach der Sicherheit der Tür beantworten müssen. Mit den Antworten auf solche Fragen ermitteln die Beamten, wie einfach oder schwer es war, das Fahrrad zu stehlen.

Auch in anderen Bundesländern gibt es den Service Onlinewache, jedoch nicht in allen. Folgende Bundesländer haben ihn:

Berlin | Brandenburg | Baden-Württemberg | Hamburg | Hessen | Mecklenburg-Vorpommern | Niedersachsen | Nordrhein-Westfalen | Sachsen-Anhalt | Schleswig-Holstein

Die Anzeige, in welcher Form auch immer, ist Voraussetzung, um Ersatzanspruch bei der Versicherung zu erwirken. Sobald ihr eure Aktennummer für den Vorfall habt, könnt ihr euch an die Versicherung wenden. Im günstigsten Fall könnt ihr sie bei eurem Versicherungsbeauftragten auch nachreichen.

Angaben bei der Versicherung

Die Versicherung benötigt von euch, wie oben bereits erwähnt, die Aktennummer. Mit dieser kann sie Einblicke in die Ermittlungsergebnisse erhalten. Bei der Versicherung ist weniger das Aussehen des Fahrrads entscheidend – sie werden nicht nach eurem Rad suchen –, sondern der aktuelle Warenwert und wie und womit ihr euer Rad gesichert hattet. Gleichwohl müsst ihr euch als Besitzer ausweisen.

Ihr benötigt noch einmal:

  • Persönliche Daten
  • Aktennummer
  • Fahrrad-Rahmennummer und Fahrradcodierung
  • Kaufdatum/Händlerangaben, Kopie des Kaufbelegs mitschicken
  • aktueller Warenwert des Fahrrads und Warenwert des Zubehörs
  • Wie war das Fahrrad angeschlossen (in sich oder an einem feststehenden Objekt)?
  • Ort und Zeitpunkt des Diebstahls
  • Liegt der Zeitpunkt zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens: War das Fahrrad in einem abgeschlossenem Fahrradraum/Keller untergebracht?

Den Bogen bekommt ihr entweder zugeschickt, den ihr ausfüllen und unterschrieben wieder zurückzusenden müsst. Einige Versicherungen schicken andererseits einen Vertreter oder bitten euch zu einem Beratungstermin vor Ort, an dem mit euch der Bogen ausgefüllt wird und ihr eure Kopien (Kaufbeleg, Fotos als Kopie etc.) mitbringen könnt.

Hinweis: Die Versicherung zahlt meist erst dann, wenn das Verfahren eingestellt und die Aussicht darauf, den Täter zu fassen, aufgegeben wird. Bei Verfahrenseinstellung schickt die Polizei sowohl einen Brief an euch als Geschädigten als auch an die Versicherung.

GPS-Tracker an die Polizei

Unabhängig davon, ob ihr einen GPS-Empfänger an eurem Bike installiert habt, bleiben Polizei und Versicherung als erste Schritte bestehen.

Ist an eurem Drahtesel ein GPS-Tracker angebracht, solltet ihr Onlinewache und Telefon sein lassen und gleich die nächste Polizeiwache aufsuchen. Mit dem Empfänger ist eine Fahndung wesentlich einfacher – vorausgesetzt, das Fahrrad lässt sich zu diesem Zeitpunkt orten.

Habt ihr einen GPS-Tracker, der euch per Anruf seine Position mitteilt, nennt die Telefonnummer der Polizei, sodass auch die zuständigen Beamten den aktuellen Standort eures Bikes nachverfolgen können.

Gestohlene Fahrräder wiederfinden

Die Fahndung ist ein sehr gutes Mittel, um den Dieb zu veranlassen, das Rad doch noch irgendwo stehen zu lassen oder es in den Händen eines betrogenen Käufers wiederzufinden.

Liste mit gestohlenen Fahrrädern

Im Internet gibt es inzwischen einige Seiten, die erstellt wurden, um gestohlene Fahrräder wiederzufinden. Registriert euch auf den Seiten, füllt die Felder aus und ihr seid in der Datenbank.

Beispiele für Seiten mit einer Liste gestohlener Fahrräder

www.fahrrad-gestohlen.de

Screenshot von fahrrad-gestohlen.de

Screenshot von fahrrad-gestohlen.de

Wenn die Liste auch international von Wert sein soll: die Seite wird von einem deutschen Unternehmen betreut. Man kann also davon ausgehen, dass besonders Fahrräder hierzulande registriert sind. Ihr als Geschädigte registriert euch, gebt die Daten eures Fahrrades an und ladet, wenn ihr eines habt, ein anschauliches Bild eures Bikes hoch. Damit befindet sich euer Eintrag in der Datenbank. Der Service ist kostenlos.

www.rahmennummern-check.de

Screenshot von Rahmennummern-check-de

Screenshot von Rahmennummern-check-de

Rahmennummern-Check nutzt die Präventivmaßnahme. Der Besitzer soll also die Rahmennummer registrieren lassen, bevor es zum Diebstahl kommt. Bei Diebstahlergreifung oder Zufallsfund kann anschließend die Datenbank nach dem Besitzer durchsucht werden. So landen vermeintlich gefundene Fahrräder nicht in einem Fundbüro, sondern können zum rechtmäßigen Besitzer zurückkehren.

Dieser Service wird übrigens auch Für IMEI (ID für Smartphones) und anderen Identifikationsnummern angeboten und ist kostenlos.

www.radklau.org

Screenshot von radklau-org

Screenshot von radklau-org

Auf der Seite wird ein Eintrag sehr übersichtlich und detailliert dargestellt. Funktion ist die gleiche wie bei www.fahrrad-gestohlen.de – auch dieser Service ist kostenlos und aus Deutschland.

 

Fahrradpass

Dieser Service, der von der der Polizei entwickelt und unterstützt wird, ist ähnlich dem von Rahmennummern-Check. Es wird empfohlen, zeitnah nach dem Kauf einen Fahrradpass anzufertigen (siehe Abschnitt Fahrradschutz). Kommt es nun zum Diebstahl, meldet ihr als Geschädigter das Fahrrad als gestohlen. Der Fahrradpass enthält alle Daten, die zur Identifizierung nötig sind. Wenn ihr ihn also entweder per App als E-Mailanhang oder als PDF dem zuständigen Sachbearbeiter zuschickt bzw. das PDF ausgedruckt vorlegt, haben die Beamten alle Fakten für eine Fahndung beisammen. Auch in der Datenbank wird das Fahrrad als gestohlen registriert.

Fahrrad gestohlen: Facebookgruppe

Fahrrad gestohlen: Facebookgruppe

Social Media nutzen

Neben den Seiten, die extra für solche Vorkommnisse geschaffen wurden, könnt ihr auch eure alltäglichen Medien nutzen.

Postet ein Bild des Rades an eure Facebook-Pinnwand, gebt Rahmennummer, Tatort und Tatzeit an und lasst den Beitrag kommentieren und teilen. Das gleiche ist bei Google+, Twitter und Pinterest möglich. Ihr könnt nur gewinnen.

Zudem gibt es viele öffentliche oder geschlossene Facebook-Gruppen, in denen sich Besitzer gestohlener Fahrräder als auch Finder zu Wort melden.

Screenshot FB-Gruppe gestohlene/gefundene Fahrräder

Fahrrad gestohlen: Anzeigen bei ebay-kleinanzeigen

Fahrrad gestohlen: Anzeigen bei ebay-kleinanzeigen

Kleinanzeigen

Vergesst auch nicht die Anzeigenbereiche in den Kaufhäusern oder das Schwarze Brett in der Uni oder Schule. Darüber hinaus lässt auch ebay-Kleinanzeigen solche Fahndungsgesuche zu.

Fundbüro

Die klassische Methode ist das Aufsuchen des Fundbüros. Für Leipzig lauten die Kontaktdaten wie folgt:

Fundbüro
Technisches Rathaus
Prager Straße 118 -136
04317 Leipzig

E-Mail: [email protected]
Telefon: 0341 123-8400
Fax: 0341 123-8402
Internet: www.leipzig.de/fundbuero

Merseburg verfügt über kein Fundbüro.

4 Comments

4 Kommentare

  1. Pingback: 7 Tipps, wie Du dein Rad vor Diebstahl schützen kannst | Blog über Dienstfahrrad, Fahrradleasing und nachhaltige Mobilität

  2. Horst

    14. Dezember 2015 at 21:17

    Ich werde mir einen GPS Tracker am Rad verbauen, nachdem mir schon zwei räder abhanden gekommen sind, wird mir das nicht nochmal passieren

  3. David Paßmann

    30. Januar 2016 at 11:26

    Danke für den tollen Beitrag.
    Fahrräder sind in der Hausratversicherung mitversichert und die Höhe der Vorsorge kann selbst bestimmt werden. Allerdings achten die wenigsten darauf ob Sie eine Hausratversicherung haben, wo Ihr Fahrrad versichert ist und in welcher Höhe dieses überhaupt geschützt ist. Gerade bei Besitzern von teuren Rädern sollte dieses Thema sehr wichtig sein. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass das Fahrrad mit einem Schloss an einem Gegenstand gesichert wird und im Diebstahlfall sollten Fotos (z.B. Reste Schloss) und Zeugen den Diebstahl bezeugen können.

  4. Maria Weiermair

    23. Juli 2016 at 06:46

    Guten Tag!
    Danke für den Beitrag! Ich wurde selbst schon Opfer von einem Fahrraddiebstahl, da auch ich, wie die meisten, mein Rad nur sehr schlecht geschützt habe. Einfache GPS-Ortungssysteme finde ich eine super Möglichkeit und werde ich mir definitiv zulegen!
    Danke & weiterhin viel Spaß beim Bloggen 🙂
    Maria

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