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Normales Fahrrad zum E-Bike umrüsten

Copenhagen E-Bike Hinterrad

MIT (Massachusetts Institute of Technology) Wissenschaftler haben 2009 ein Umbau-Kit vorgestellt, mit dem praktisch jedes Fahrrad einfach zum E-Bike umgerüstet werden kann. Mit dem sogenannten „Copenhagen Wheel“ sollen die Oberschenkel entlastet werden und Strecken bis zu 50 Kilometer über den Elektroantrieb zurückgelegt werden. Geschwindigkeiten bis 25 km/h werden erreicht.

Versand ab Sommer 2014

Im kommenden Sommer 2014 soll der Versand beginnen. Wer einen Elektroantrieb für sein eigenes Fahrrad möchte kann bereits Vorbestellungen aufgeben. 799 US-Dollar – umgerechnet etwa 585 Euro – kostet das Umbau-Kit. Die Auslieferung erfolgt nach dem „Wer zuerst kommt mahlt zuerst“-Prinzip.

Technische Details

Vorab: Es wird zwei Versionen geben. Die US-Version kommt mit 350 Watt auf den Markt und die EU-Version mit 250 Watt. Der Unterschied zeigt sich dann in der Geschwindigkeit. Während Besitzer der US-Version bis auf 32 km/h beschleunigen können, fallen EU-Radler mit maximal 25 km/h im Windschatten zurück.

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Der Teaser zum Copenhagen Wheel

Ich habe schon vor ein paar Jahren von diesem Set / Kit gehört, wurde aber erst kürzlich durch einen Artikel auf http://www.paradisi.de/ wieder daran erinnert. Deshalb würde ich gerne mal noch ein bisschen detaillierter auf das „Copenhagen Wheel“ schauen. Die damalige Pressemeldung findet ihr auf http://web.mit.edu/.

Wie jedes andere E-Bike auch, verfügt auch das Copenhagen Wheel über einen kleinen Computer mit dem sich die Leistungsdaten abrufen lassen. Schließlich will man jederzeit sehen wie der Akkustand ist und wie schnell man unterwegs ist. Im Gegensatz zu normalen E-Bikes die fertig als Elektrofahrräder gebraucht wurden, kommt beim Umbau-Kit aber das eigene Smartphone zum Einsatz. Ob iPhone oder ein Android-Gerät ist egal. Für iOS und Android steht jeweils die gleiche „App“ zur Verfügung. Mit der passenden Halterung wird das Smartphone am Lenker montiert.

Smartphone als Computer am E-Bike

Mehr zum Akku

Der Akku für den Hinterradantrieb kann innerhalb von nur vier Stunden vollständig geladen werden. Wer sich nur leicht unterstützen lässt kann große Distanzen fahren. Durch Bergab-Fahrten und durch Bremsen wird Energie gewonnen und direkt im Akku gespeichert und wiederabrufbar direkt zur Verfügung gestellt. Insgesamt sollen 1000 vollständige Fahrten möglich sein.

Aber nicht nur der Akku vom Hinterrad sollte immer im Auge behalten werden sondern auch der am Smartphone. Viele iPhone-Nutzer wissen über die weniger berauschende Leistung der heutigen Akkus ja bestens Bescheid. Gelangt das Smartphone aus dem Bluetooth heraus, wird der Antrieb blockiert. So schützt man das Rad neben einem herkömmlichen Fahrradschloss zusätzlich vor Diebstahl. Was jedoch passiert wenn der Akku am Smartphone leer ist und der Empfang deshalb unterbrochen wird? Mir ist dazu leider kein Test bekannt. Ich hoffe aber nicht, dass es zu einem blockierten Hinterrad während der Fahrt kommt.

Dem Akkuverbrauch vorbeugen kann man mit einem Nabendynamo im Vorderrad, dem eine entsprechende Beleuchtung angeschlossen wird, an der wiederrum ein USB-Anschluss ist um das Smartphone direkt auf dem Fahrrad zu laden. Praktisch, welche Technik uns Radfahrern heute das Leben erleichtert.

Der Umbau ist ganz einfach

Es wird beim Kauf ein komplettes Hinterrad geliefert. Dieses kommt in der Größe gewöhnlicher 26 Zoll / 700c und ist somit in jedem normalen Fahrrad nutzbar. Der Einbau ist genau so einfach wie bei jedem normalen Hinterrad da es sich praktisch um nichts anderes handelt. Auch in der Breite sind keine spürbaren Unterschiede auszumachen.

Somit einfach das bisherige Hinterrad ausbauen und ein Copenhagen Wheel einsetzen. Denn Akku aufladen, Smartphone verbinden und befestigten. Dann kann die erste Ausfahrt beginnen. Nachfolgendes Video zeigt auch wie einfach es wirklich ist.

Fazit

Ich für meinen Teil finde die Idee aus 2009 klasse und bin gespannt wann die ersten Copenhagen Wheels in Deutschland fahren und wie die Praxiserfahrungen dann sein werden. Es gibt ja durchaus noch ein paar andere Konzepte. Sehr ähnlich ist das „Flykly“ welches durch eine Kickstarter.com Kampagne sehr bekannt ist und ziemlich genau das gleiche darstellt.

Selbst fahre ich weiterhin Rennrad und Mountainbike via Muskelkraft. Ich gehe aber nicht zu jener Gruppe, welche E-Bikes als Fahrräder für alte Leute sehen. Im Gegenteil, ich finde E-Bikes sehr spannend und gut. Für Leute die viel in der Stadt unterwegs sind und Termine mit dem Rad anfahren ist das sicher noch viel sinnvoller. Für mich auf langen Touren ist es im Moment nichts.

Das Copenhagen Wheel Konzept wird aber sicher beim Marktstart sehr erfolgreich werden. Die 5,9 kg in Verbindung mit einem sonst leichten Fahrrad machen ein umgebautes Rad oft immer noch leichter als viele Pedelecs direkt von der Stange.

Copenhagen Wheel

Bildquellen: superpedestrian.com

Ich fahre seit vielen Jahren Mountainbike und seit 2013 Rennrad. Mit dem Rennrad nehme ich an großen Events wie der Vätternrundan in Schweden oder der Mecklenburger Seen Runde teil.

1 Comment

1 Kommentar

  1. Karl

    17. Februar 2014 at 20:58

    Toller Artikel! 🙂

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