Fahrradreifen – Größen, Mischungen und mehr im großen Ratgeber

Schwalbe X-One Fahrradreifen
Schwalbe X-One Reifen am ROSE ProCross Cyclocross

Der Fahrradreifen gehört zu den wichtigsten Bauteilen am Fahrrad. Er ist mit diversen anderen Komponenten hauptverantwortlich fürs Fahrverhalten und die Sicherheit. Je nach Einsatzbereich und Fahrstil kommen verschiedene Reifen in Betracht. Seine Gummimischung, das Profil, Gewicht und der Luftdruck entscheiden darüber, wie komfortabel und sicher der Reifen ist und wie sein Rollwiderstand und die Bodenhaftung sich zeigt.

Bevor ein Fahrradreifen gekauft wird, sollte die korrekte Größe bekannt sein. Die Reifengröße steht direkt auf dem Reifen und wird in Zoll und / oder Millimeter als ETRTO-Angabe gemacht. Die Millimeter-Angabe sie so aus 56 – 622 und in Zoll steht es als 29 x 2,25 auf der Flanke.

Fahrradreifen: Größen beim Touren- und Stadtrad

Straßenreifen fürs Touren- und City-Bike haben i.d.R. ein niedriges Profil ohne Stollen. Meist sind sie mit verschiedenen Pannenschutz-Systemen ausgestattet damit die Fahrt im Stadt-Jungle auch dann reibungslos verläuft, wenn mal Scherben auf dem Radweg liegen. Massiven Pannenschutz bieten die Reifen der Marke Schwalbe mit dem Zusatz „Plus“. Scherben, Dornen und andere kurze aber sehr spitze Gegenstände haben keine Chance den Reifen zu durchdringen.

Radgröße (Zoll)Durch-messerZollBreite (Zoll) Breite (mm)ETRTODurch-messer
12“12x1,75 - 2,2547 bis 62-203
14“14x1,5 - 1,7538 bis 47-288
16“16x1,5 - 2,140 bis 57-305
18“18x1,25 - 2,032 bis 50-355
20“20x0,9 - 2,2523 bis 57-406
24“24x1,5 - 2,440 bis 62-507
26“26x1,0 - 2,525 bis 64-559
27,5“27.5x1,125 - 2,528 bis 57-584
28“28x1 - 1,628 bis 42-622
29“29x1,9 - 2,447 bis 63-622

Der typische Reifen für Touren- und Stadtverkehr ist auf Asphalt, Schotter und Waldboden sehr gut zu gebrauchen. Für den Winter gibt es u.a. auch Reifen mit Spikes.

Fahrradreifen: Größen beim MTB / Fatbike

Reifen fürs Mountainbike kommen i.d.R. mit einem ausgeprägten Profil. Aber auch hier gibt es Ausnahmen und wer zwar gerne ein MTB fährt, aber lieber auf der Straße damit unterwegs ist, findet auch weniger profilierte MTB-Reifen für Asphalt. Das geht so weit das auch Ballonreifen fürs Mountainbike eingesetzt werden. MTB-Reifen bieten manche Hersteller sogar speziell mit Profil fürs Vorderrad und fürs Hinterrad an. Die meisten Reifen sind jedoch für vorne und hinten immer als einheitlicher Satz erhältlich.

Radgröße Zoll   ETRTO  
Durch-messerBreite (Zoll)Breite (mm)Durch-messer
MTB 20“20x1,9 - 2,2547 bis 57-406
MTB 24“24x1,75 - 2,447 bis 63-507
MTB 26“26x1,5 - 2,640 bis 65-559
MTB FAT26x3,8 - 5,0595 bis 128-559
MTB 27,5“27.5x1,9 - 2,548 bis 64-584
MTB 27,5+ /B+27.5x2,8 - 3,267 bis 79-584
MTB 29“29x1,9 - 2,447 bis 63-622

Fahrradreifen: Größen beim Rennrad / Cyclocross

Rennradreifen haben mit Abstand das wenigste Profil und mit Breiten von 18 bis 28 mm kommen sie auch sehr zart daher. Im Hobby-Bereich werden meist 23 bis 28 mm Reifen gefahren. Weniger Breite ist eher bei Rennen zu finden. Wer am Rennrad Pannenschutz möchte, greift auf die Schwalbe Durano Plus zu, denn diese haben eine spezielle Kautschuk-Einlage. CX-Reifen und jene fürs Gravel Bike sind zwar ebenfalls dünn, haben aber ausgeprägtes Profil wie oben auf dem Titelbild beim Schwalbe X-One zu sehen.

Zweck & Radgröße Zoll   ETRTO  
Durch-messerBreite in ZollBreite in mmDurch-messer
Rennrad / Triathlon 28"28x¾ - 1 1/818 bis 28-622
CX / Gravel 28"28x1 – 1,628 bis 42-622
Road Plus27.5x1,5 - 2,635 bis 47-584

Reifenverschleiß und Haltbarkeit

Ein Fahrradreifen hält i.d.R. 2.000 bis 5.000 km je nach Nutzungsgrad, Einsatzgebiet und Alter. Einige Reifentypen schaffen bis zu 15.000 km bevor sie gewechselt werden müssen. Der Reifenverschleiß hängt von vielen Faktoren ab. Wer einen Reifen möchte der lange hält, muss diesen gemäß seinem Einsatzzweck wählen. Ein grobstolliger MTB-Reifen gehört nicht ganzjährig auf Asphalt gefahren und ein Rennradreifen wie der Schwalbe Durano Plus hat auf Schotter- und Waldwegen nicht die Lebensdauer wie auf Asphalt.

Worauf kommt es wirklich an?

Die Witterung: Reifen und deren Laufleistung leben bei normalen Temperaturen von 10 bis 25 °C sehr lange. Frost und Schnee, aber auch extreme Hitze und Sonneneinstrahlung, belasten die Gummimischung und lassen sie weicher und spröde werden.

Der Fahrstil: Wie ein Reifen eingesetzt wird beeinflusst die Haltbarkeit stark. Ein harter Fahrstil mit schnellen Kurven und massiven Bremsmanövern wirkt sich negativ auf den Reifen aus. Auch permanente Schläge auf die Seitenwände, etwa durch Bordsteinkanten, gefällt dem Reifen nicht. Selbstverständlich kann ein Rennradreifen auf der Straße die Belastung durch schnelle Kurven besser wegstecken als ein MTB-Reifen. Schließlich ist er dafür konzipiert.

Der Untergrund: Je weniger Profil ein Reifen hat, desto fester und ebener sollte der Untergrund sein. Im Gelände gehören Stollen ans Rad damit Traktion sichergestellt wird. Auch loser Untergrund wie Wald- und Schotterstrecken sind mit etwas Profil besser zu fahren als ganz ohne. Wobei hier Tourenreifen gut zurechtkommen. Reifen ohne Profil würden auf Schotter nach und nach aufgeschnitten und von kleinen Steinchen zerstochen werden. Vom fehlenden Komfort mal abgesehen, ist es keine gute Kombination. MTB-Reifen dagegen sind für die Straße zu grob und das Gummi meist zu weich. Es wetzt sich in jeder Kurve zunehmend ab.

Der Reifendruck: Hersteller geben auf dem Fahrradreifen i.d.R. einen optimalen Reifendruck an. Beim Rennrad ist der deutlich höher als beim Mountainbike, Cyclocrosser oder Stadtrad. Wird ein Reifen mit zu wenig Druck gefahren, belastet dies permanent die Seitenwände und führt im schlimmsten Fall zum Bruch der Karkasse. Passiert das, läuft der Reifen nicht mehr rund und verliert an Stabilität.

Die richtige Gummimischung

Fahrradreifen haben unterschiedliche Gummimischungen und je nach Einsatzzweck, sollte darauf geachtet werden die richtige Mischung zu nutzen. Passt die Mischung nicht zum Gebrauch, erhöht sich der Verschleiß und einzelne Eigenschaften wie Komfort, Rollwiderstand und Haftung verschlechtern sich.

Die Mischung im Fahrradreifen besteht meist aus bis zu 60% Kautschuk und noch bis zu 30% aus Füllstoffen wie Kreide und Ruß. Weiter befinden sich im Fahrradreifen Alterungsschutzmittel, Farbstoffe und Schwefel zusätzlich als Vulkanisierungslösung. Weichmacher werden durch Öle und Fette dem Reifen hinzugefügt. Es gibt auch Reifen die nur aus 40% Kautschuk bestehen und dadurch einen größeren Anteil Füllstoffe haben.

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