M1 Sedan One Testbericht

M1 Sedan One im Test

Mit 16,2 Kilogramm ist es das leichteste Pedelec was ich bisher gefahren habe. Als offene Version ĂŒbertrifft es eine Geschwindigkeit von 45 km/h. Die normale Straßenversion ist auf 25 km/h begrenzt. Ich habe das M1 Sedan ONE auf 120 Kilometern getestet. Meinen Testbericht (ohne Labor!) kannst du jetzt lesen.

FĂŒr mehrere Wochen befindet sich das M1 Sedan One Pedelec bei mir im Test. Im Test soll aufgezeigt werden, von welcher QualitĂ€t das moderne M1 Pedelec ist. Wie weit man mit einer Akku-Ladung unter welchen Bedingungen kommt. Und natĂŒrlich auch, was das M1 Sedan One sonst kann und bietet.

Technische Fakten laut Hersteller

  • GerĂ€uschloser Hinterrad-Nabenmotor von GoSwissDrive
  • Leichter und verwindungssteifer M1-29er Voll-Carbon-Rahmen
  • Formschöne M1 Voll-Carbon-Gabel im 12K Design
  • 250 Watt Nabenmotor
  • 25 km/h mit nur einem festen Gang
  • 6Ah Akku fĂŒr bis zu 75 km Reichweite
  • M1-Singlespeed eBike Technologie
  • 16,2 kg leichtes Singlespeed Pedelec
  • Schwalbe Furious Fred Reifen

M1 Sedan One Testbericht

Bevor ich aufs Sedan ONE als Produkt eingehe möchte ich gleich zu Beginn die Möglichkeit nutzen und die mir wichtigste Kritik ausĂŒben. Ich denke, hier ist M1 in der Lage die Situation fĂŒr kĂŒnftige Kunden zu ĂŒberdenken und zu Ă€ndern.

Kritik an den Reifen

Es ist nicht ganz klar, warum ein 3.000 EUR Pedelec mit den nahezu pannenanfÀlligsten Reifen ausgeliefert wird, die der Markt zu bieten hat. Schwalbe warnt offiziell davor, dass der Furious Fred einen eingeschrÀnkten Grip hat und nur minimale Pannensicherheit bietet.

„Die Rennstrecke ist trocken? Das Pannenrisiko akzeptierst du? Deine technischen FahrkĂŒnste sind ausgezeichnet? O. K. – Du bist bereit fĂŒr Furious Fred.“ So bewirbt Schwalbe den hauseigenen Reifen. FĂŒr ein Pedelec was u.a. optimal fĂŒr die Stadt ist, erscheint es nicht logisch diesen Reifen zu montieren.

Motor: GoSwissDrive Antrieb

250 Watt treiben den Nabenmotor im Hinterrad an und bringen das Sedan ONE auf 25 km/h in der handelsĂŒblichen Straßenversion. Der Motor wird als gerĂ€uschlos beworben und hat sich auch im Testlauf stets daran gehalten. Er ist praktisch nicht zu hören. SelbstverstĂ€ndlich kann man, wenn man es möchte, gewisse GerĂ€usche des Antriebs wahrnehmen. Dies wĂ€re aber tatsĂ€chlich ErbsenzĂ€hlerei.

Die Kraft des Motors reicht aus um Steigungen bis 10% zu bewĂ€ltigen. Dazu muss in den „Power“-Modus gewechselt werden. Dieser Modus zieht viel Energie, bringt aber auch Vortrieb und schiebt das Pedelec jede Steigung mit ausreichend UnterstĂŒtzung hoch.

Folgende Leistungsstufen sind verfĂŒgbar

  • RĂŒckgewinnung
  • Eco
  • Eco+
  • Normal
  • Normal+
  • Power

GoSwissDrive

EnergierĂŒckgewinnung

Die EnergierĂŒckgewinnung ist ein Modus in dem durch eigene Kraft der Akku wieder geladen werden kann. In der Theorie klingt das fantastisch. Die Praxis sieht etwas anders aus. Sobald auf RĂŒckgewinnung gewechselt wird, fĂ€llt selbstverstĂ€ndlich die UnterstĂŒtzung vom Motor weg. Er braucht dann die UnterstĂŒtzung des Radfahrers und verlangt ziemlich viel. Es fĂŒhlt sich wie Fahrrad fahren mit gezogener Bremse an.

Ich fand es bis zu einem Tempo von 17 km/h in diesem Modus in Ordnung. Allerdings nur wenn es ebene Strecke war oder bergab ging. Im Stadtverkehr möchte ich das nicht benutzen. Anfahren an Ampeln und Kreuzungen sind damit ziemlich unattraktiv. Im „Power“-Modus sieht das anders aus. 😉

Es ist toll, Pedelecs die Möglichkeit der EnergierĂŒckgewinnung zu geben – einsetzen wĂŒrde ich es selbst nicht. Seien wir aber ehrlich, im Stadtverkehr braucht man dies auch nicht und fĂŒr kurze Touren ebenfalls nicht. Der Akku schafft problemlos 75 km in der kleinsten Stufe. Mehr dazu im Abschnitt „Reichweite & Akku“.

Akku und Reichweite

Der Hersteller – M1 Sporttechnik – gibt eine maximale Reichweite von 75 Kilometern an. Wer sich mit Pedelecs schon etwas befasst hat weiß, dass Hersteller hier immer die niedrigste Stufe der Motorbelastung verwenden und die Tests unter Idealbedingungen durchfĂŒhren. Also eine wohlfĂŒhlende Außentemperatur, kein starker Wind und kein GepĂ€ck. Außerdem wiegen die Testfahrer meistens zwischen 70 bis 80 kg. Es gibt keine Steigungen.

Mit dem kleinsten Modus wĂŒrde man beim Sedan ONE in der Stufe „Eco“ fahren. Diese Stufe vermittelt ein FahrgefĂŒhl als wĂŒrde das Fahrrad keine 16 kg wiegen (es ist wirklich so leicht!) und der Motor ist nicht mehr als Widerstand zu spĂŒren. Also ein normales FahrgefĂŒhl. Von einer UnterstĂŒtzung in Form von „Vortrieb“ wird im Eco-Modus noch nichts gespĂŒrt. Ich kann mir also sehr gut vorstellen in dieser Stufe tatsĂ€chlich 75 Kilometer und mehr zu fahren. Jedoch brauche ich dann kein Pedelec sondern kann auch ein normales, leichtes Tourenrad nehmen. Dies ist keine Kritik sondern einfach nur mein Eindruck.

Löblich finde ich deshalb, was ich dann als Erfahrung sammeln konnte! Wahrscheinlich wirst du jetzt den Absatz zuvor eh vergessen.

Eco+ ist die zweite Stufe. FĂŒr mich die erste, bei der ich UnterstĂŒtzung tatsĂ€chlich spĂŒre und wo es Freude macht ein Pedelec zu fahren. Mit Eco+ wird das Fahrrad problemlos auf bis zu 21 km/h beschleunigt, anschließend muss wieder allein die eigene Muskelkraft eingesetzt werden. Langsamer als 20 km/h fĂ€hrt man im Grunde schon in dieser Stufe nie. Anstrengend ist es auch nicht – ĂŒberhaupt nicht! Nur bei ernsthaften Steigungen sollte die Stufe auf „Normal“ oder „Normal+“ gewechselt werden.

Meine maximale Distanz im Eco+ Modus betrÀgt 61 Kilometer!

Ich kann also 61 Kilometer fahren ohne mich tatsĂ€chlich anstrengen zu mĂŒssen. NatĂŒrlich fahre ich dann stets um die 20 km/h, aber das reicht fĂŒr viele Touren auch aus. Und mit dieser Reichweite kann ich jede schöne Tagestour machen die mir vorschwebt. Ihr merkt schon, ich bin sehr positiv beeindruckt.

Es waren bei meiner Testfahrt ca. 7 Grad und ich hatte noch einen Rucksack mit GetrÀnken dabei. Steigungen waren auf dieser Strecke keine. Es war jedoch teilweise ordentlicher Wind. Ich selbst komme auf 79 kg Körpergewicht plus Kleidung.

Im „Power“-Modus bekomme ich den Akku des M1 Sedan ONE mit ein paar Steigungen gerne auch nach 15 Kilometern leer.

Schwalbe Marathon Almotion Tubeless

Die gesamte Distanz fĂŒr meinen Testbericht betrĂ€gt 120 Kilometer. Ich kann mir also durchaus eine Meinung vom M1 Sedan ONE bilden und habe einen guten Eindruck von diesem Pedelec gewonnen. Gefahren habe ich das Pedelec mit dem neuen Schwalbe Marathon Almotion Tubeless – so kann ich parallel den neuen Reifen von Schwalbe direkt testen. Und wie eingangs bereits kritisiert, ist der bei Auslieferung montierte Furious Fred meiner Ansicht nach nicht geeignet.

Weitere Komponenten

M1 Sporttechnik verkauft das Sedan ONE mit durchaus hochwertigen Bauteilen. Von robusten Mavic Felgen bis hin zur guten Avid Elixir Bremsanlage mit ausreichend großen Scheiben, ist hier alles gut verbaut. Wer sein Pedelec verbessern will, findet natĂŒrlich immer Möglichkeiten. Die Kurbel zum Beispiel ist in Ordnung, könnte in dieser Preisklasse aber gerne etwas hochwertiger sein.

Sitzen, Schalten und Verwalten

Der Prologo Kappa Evo ist als Sattel verbaut. Ein hochwertiger Sattel fĂŒr sportliche Touren. Ich finde die Auswahl gut und konnte auch sehr angenehm sitzen. Ist aber natĂŒrlich immer eine Sache der Ergonomie, ob so ein Sattel passt. Allerdings sehe ich auch hier kein Problem den Sattel einfach zu tauschen. GrundsĂ€tzlich ist es eine hochwertige Wahl die M1 Sporttechnik mit dem Prologo getroffen hat.

Schalten fÀllt bei einem Singlespeed wie dem M1 Sedan ONE nahezu weg. Zumindest werden keine GÀnge gewechselt. Am Lenker, links, sind die drei Buttons verbaut mit denen die Stufen reguliert werden und womit man die Informationen auf dem Display (mittig verbaut) verwalten kann. Die Bedienung der Buttons ist auch mit Winterhandschuhen kein Problem.

Das Display zeigt neben der gesamten Distanz auch die Distanz einer Tour an. Die Temperatur kann abgelesen werden und der Zustand des Akkus. Weiter ist es möglich die gesamte Dauer anzuzeigen. Meine 120 Kilometer haben mich ca. 5 Âœ Stunden gekostet.

Weitere Bilder

Fazit

2.999,- EUR ist der Preis fĂŒr das M1 Sedan ONE. Wenn ich die Möglichkeit hĂ€tte, wĂŒrde ich dieses Pedelec direkt behalten. Es geht aber wieder zurĂŒck und wird dann ĂŒber die Radmanufaktur Merseburg als VorfĂŒhr-Pedelec verkauft. Wer Interesse hat, meldet sich dort und kann bestimmt ein anstĂ€ndiges SchnĂ€ppchen machen.

Es ist ein leistungsstarkes Pedelec was mich ĂŒberzeugt hat. Die Verarbeitung ist – bis auf ein paar Schwachstellen – durchaus gut. Ich finde es lediglich etwas schade, dass die Singlespeed Version trotzdem die Löcher im Rahmen hat um ZĂŒge fĂŒr eine Schaltgruppe zu verlegen. Die Möglichkeit besteht also und wer sie wahrnehmen möchte, kann das tun. Reizend finde ich auch die „Pur“-Version. Ich kann das Sedan One selbst zu einem normalen Singlespeed ohne Motor umbauen. Dann wiegt es noch ca. 10 kg.

Die Wahl der Reifen habe ich thematisiert – hier wĂŒnsche ich mir Verbesserungen. Ansonsten bin ich mit diesem Produkt von M1 Sporttechnik sehr zufrieden. Ich habe ja schon das M1 Spitzing im Test gehabt und wĂŒrde mich freuen, wenn auch andere Modelle noch zu mir finden.

Über Soeren 205 Artikel
Ich fahre seit vielen Jahren Mountainbike und seit 2013 Rennrad. Mit dem Rennrad nehme ich an großen Events wie der VĂ€tternrundan in Schweden oder der Mecklenburger Seen Runde teil.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*