Kolumne: Liegerad fahren – vom Impuls zum Hobby

ICE Sprint X Liegerad am See

Es war April 2016, als ich die erste Anfrage für ein Liegerad für einen Testbericht versandt habe. Der Empfänger: Traix. Das Produkt: KMX Cobra X. Alles noch nicht lange her. Damals sah ich Liegeräder bei Recherchen in einem Forum und wollte es einfach ausprobieren. Eben ein Impuls.

Schnell konnte aus dem typischen „Habenwill-Gefühl“ die Realität werden, denn bei Traix vertraute man darauf, dass ich das Cobra X wirklich sinnvoll einsetze und teste. Heute könnt ihr den Testbericht längt im Blog lesen. In der Zwischenzeit tat sich einiges. Ich habe danach bereits das HP Velotechnik Scorpion fs 26 Enduro getestet und aktuell verfüge ich über das ICE FULL FAT von ICLETTA. Bei mir ist also richtig Bewegung drin. In dieser Kolumne möchte ich einfach fortlaufend über das Thema „Liegerad fahren“ berichten.

Was macht Liegerad fahren so besonders?

Für mich ist es die Bequemlichkeit und Exklusivität. Wirklich. Du setzt dich drauf, klickst die Schuhe in die Pedale und kurbelst langsam an. Dank der drei Räder spielt das Tempo nur eine untergeordnete Rolle. Zu langsames Fahren führt nicht zum Umfallen – dafür natürlich zu schnelle Kurven bei falscher Gewichtsverlagerung. Mit dem Trike geht’s jeden Berg rauf, egal wie steil. Nur die Bodenhaftung muss ausreichen. Absteigen am Berg? Nö, lieber mit 2 km/h weiterfahren und bei nötigen Pausen stoppen, Parkbremse rein und durchatmen.

Ob Stadtfahrt oder draußen in den Wäldern, auf den Radwegen zwischen Feldern, überall begegnen mir Menschen mit neugierigen Blicken. Ganz egal auf welchem Liegerad ich unterwegs bin, die Neugierde ist groß. Rote Ampeln gibt es nur mit Small-Talk. Dazu muss ich bereit sein sobald ich aufsteige.

Wie teuer ist das? Was genau ist das eigentlich? Wo kann ich das kaufen? Ist das selbst gebaut?

Fragen über Fragen und nach etwas Übung hatte ich auch den Dreh raus, wie auf ein Gesprächsbeginn am besten zu reagieren ist. Innerhalb von einer Antwort können alle Fragen beantwortet werden.

Es ist ein Liegedreirad, gibt es von diversen Herstellern u.a. online zu kaufen und geht je nach Modell ab 1.500 Euro los.

Ein Trike oder klassisches einspuriges Liegerad ist kein Massenprodukt. Exklusiv ist es natürlich auch nicht, aber es ist selten. Je nach Region natürlich mehr oder weniger. Bei mir in Merseburg (Sachsen-Anhalt) haben ich bisher nur eine Handvoll solcher Bikes gesehen. Die meisten mit mir selbst.

Sind Liegeräder / Trikes im Trend?

Ich weiß nicht genau. Informationen aus der normalen Medienwelt sagen nein. Denn die großen Magazine und Verlage berichten gar nicht bis sehr selten über diese Produkte. Ein deutliches Indiz dafür, dass Liegeräder nicht im Trend sind. Beobachtungen innerhalb der „Szene“ zeigen aber, wie viel Bewegung in diesem Bereich ist.

Mein Besuch bei der SPEZI 2016 hat mir das überraschend gezeigt. Die Hersteller liefern tatsächlich jedes Jahr neue Ideen. Nicht aus jeder Idee wird ein Serienprodukt, aber das wird es auch in der normalen Bike-Industrie nicht.

Zumindest aber kommen mehrfach im Jahr Neuigkeiten von Herstellern. Was der Szene fehlt sind aber eindeutig richtig junge Leute. Damit meine ich die Altersgruppe 20 bis 30 Jahre. Es geht oftmals erst ab 30 Jahren wirklich los. Mit 40 Jahren ist man auch noch jung, keine Frage, aber man spürt schon häufig in Gesprächen, dass ein Liegedreirad in die Richtung der Reha-Mobilität geschoben wird. Zu Unrecht.

Ein Liegerad für jeden

Im Grunde gibt es für jeden Typ Mensch ein Liegerad. Von Kind an kann man Liegerad fahren. Für die Kleinsten steht ab 1 Meter Körpergröße bereits das KMX K-3 zur Verfügung. Je nach Dauer die man es fährt, steigt man von diesem dann auf die Liegerad für Erwachsene um. Und auch da gibt es wieder für jeden ein Gefährt.

Beim Trike geht es vom Rennrad über das Reiserad bis zum Mountainbike. Ich wüsste keine Kategorie die hier fehlt. Mit dem ICE VTX, Scorpion Sport, Hi-Trike GTI oder dem KMX Venom RK wird das Rennrad ersetzt und die Durchschnittsgeschwindigkeit erhöht. Wer lieber Touren fährt aber dennoch sportlich unterwegs bleiben will, wechselt auf ein ICE Sprint X oder Scorpion fs 26. Für die Freunde des gepflegten Radreisens gibt bei ICE das normale Sprint, Adventure … die Liste könnte ich immer weiter fortsetzen.

Es mangelt also nicht an der Auswahl und ich habe beim besten Willen noch nicht mal ansatzweise alle Optionen genannt.

Mein Rat

Wenn man kein Liegerad sein Eigen nennen möchte, sollte man es am besten auch nicht ausprobieren. Einmal ausprobiert und du bist infiziert. Dann dreht sich alles nur noch darum, welches Liegerad für dich das beste ist. Was du brauchst, was überflüssig ist und so weiter. Um diese Fragen und weitere spannend Themen möchte ich mich in weiteren Teilen der Kolumne kümmern. Außerdem freue ich mich auf die ersten Schlechtwettererfahrungen und Wintertouren auf dem Trike.

In diesem Sinne, bis später. 🙂

Über Soeren 205 Artikel
Ich fahre seit vielen Jahren Mountainbike und seit 2013 Rennrad. Mit dem Rennrad nehme ich an großen Events wie der Vätternrundan in Schweden oder der Mecklenburger Seen Runde teil.

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