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Flensburg Oberstdorf - Norden nach Süden Deutschland

Radtouren

Radtour von Flensburg nach Oberstdorf (Nord / Süd)

Über 1.100 km bin ich vom 16.06.2015 bis zum 27.06.2015 gefahren. Ich habe Deutschland mit dem Fahrrad durchquert. Der Start war die schöne Stadt Flensburg im Norden des Landes. Ziel sollte am Ende der Tour die Panorama-Stadt Oberstdorf sein. Von hier erwartet mich ein grandioser Blick auf die Alpen.

Vorwort zur Deutschlandtour

Der Reihe nach. Die Tour habe ich im Kopf etwa ein halbes Jahr vorher schon festgesetzt. Eine extra Vorbereitung gab es aber nicht. Die täglichen Etappen sind alle weit unter meinem Maximum und somit konnte ich die Tour recht entspannt angehen. Ich habe vorab verschiedene Systeme für die Navigation ausprobiert. Vom Teasi über Garmin, Komoot und Google Maps. Am Tag der Tour entschied ich mich für Google Maps und navigierte auch die komplette Route bis Oberstdorf mit der dazugehörigen App auf dem iPhone.

Begleitung hatte ich von Start bis Ziel. Sebastian und Stefanie von arbeiten-unterwegs.de haben die Gelegenheit genutzt, ebenfalls tolle Orte unseres Landes zu entdecken. Täglich haben wir uns am Abend am Zielort getroffen. Die beiden sind mit ihrem Wohnmobil immer etwas später los und waren dann kurz vor mir da.

Außerdem führen Oliver und Carsten mit dem Fahrrad mit. Während Oliver über 600 Kilometer der Tour an meiner Seite war, legte Carsten ebenfalls über 500 Kilometer auf seinem Fahrrad zurück. Fast jeden Tag hatte ich einen der beiden oder beide zu meiner Rechten oder Linken. Gemeinsam haben wir viel gesehen, erlebt, geschwitzt und teilweise auch geflucht. Aber auch die Tage ganz allein auf dem Rad hatten ihren Reiz. Danke an dieser Stelle, für eure Begleitung und die Unterhaltung sowie Motivation, die wir uns gegenseitig bieten konnten.

Karte und GPX-Datei: Flensburg – Oberstdorf Radtour

Etappe 1: Flensburg – Stade (170 km)

Etappe 1 - Start in Flensburg

Etappe 1 – Start in Flensburg

Pünktlich, mit 45 Minuten Verspätung, ging es am ersten Tag in Flensburg los. Wir trafen uns alle vorm Hotel und fuhren dann in Richtung Hauptbahnhof bevor wir die Stadt in Richtung Süden verließen.

Für Carsten und Oliver war es die vermeintlich härteste Tour – reine Kopfsache. Es standen 170 km auf dem Plan und somit mehr, als die beiden bisher je am Stück gefahren sind. Ich sah die Herausforderung dieser Distanz ebenfalls. Allerdings aus einer etwas anderen Perspektive. Nämlich aus Sicht der Zeit. Meine Gedanken waren eher bei der Uhr. Ich wollte nicht zu lange auf dem Fahrrad sitzen.

Der erste Tag lief gut. Wir hatten wenig Wind und keine echten Höhenmeter. Vielleicht 200 Hm auf die komplette Distanz. Typisch Flachland. Pannenfrei sind wir gemeinsam bis Glückstadt gefahren. Das sind 140 km bis zur bekannten Elbfähre. Hier verabschiedeten wir uns. Die beiden sind die letzten 30 Kilometer mit dem Wohnmobil mitgefahren. Ich habe mit dem Fahrrad die Elbe überquert (auf der Fähre, natürlich!) und bin von dort die restlichen 30 Kilometer allein zum Ziel. 50 Minuten später war ich dann in Stade im Hotel.

Etappe 2: Stade – Wunstorf (150 km)

Nach Hannover sollte mich Tag 2 führen. Allerdings will ich Großstädte wann immer sie kommen, vermeiden. Deshalb entschied ich mich morgens dazu, den kleinen Ort Wunstorf anzufahren und dort zu übernachten. Er befindet sich nordwestlich von Hannover.

Den Start fuhr Oliver mit mir mit. Carsten verbrachte diesen Tag im Wohnmobil. Nach etwa 60 Kilometern und einem ordentlichen Mittagessen, spürte dann auch Oliver seine Knie und machte für den restlichen Tag eine Pause im Begleitfahrzeug. Sinnvoll, denn sonst kann die ganze Tour eine Qual werden.

Waldwege und Single-Trails auf Etappe 2

Waldwege und Single-Trails auf Etappe 2

Ich fuhr ab Mittag allein weiter und schaltete jetzt Google Maps auch nur noch im Wandermodus. Dadurch bekam ich fürs Mountainbike geeignete Single-Trails und Strecken abseits von Bundesstraßen. Im Vergleich zur ersten Etappe war diese hier ein Genuss. Landschaftlich schon deutlich reizvoller, aber auch vom Tempo natürlich anders, da ich den halben Tag allein fuhr.

In Wunstorf besuch uns noch ein Kollege im Hotel und brachte frische gebratene Nudeln mit Hühnerfleisch vom Asiaten aus Hannover vorbei. Klasse!

Der Tag endete mit ca. 300 Höhenmetern. Er war anstrengend, aber gut fahrbar. Das letzte Stück auf wenig befahrener Landstraße hat sich ziemlich gezogen und verlor auch optisch seinen Reiz. Der Wind kam an diesem Tag häufig nur von vorn.

Etappe 3: Wunstorf – Göttingen (140 km)

Etappe 3 beginnt mit Regenwetter

Etappe 3 beginnt mit Regenwetter

Das Navigationsgerät sagt 140 Kilometer voraus. Auf dieser Route starte ich allein und absolviere auch die ersten 100 Kilometer komplett so. Gestartet wurde im Regen. Der sollte aber auch nach etwa einer Stunde, also nach ca. 30 Kilometern, endlich aufhören. Es ist die erste Etappe mit anständigen Höhenmetern. Da ich weiterhin im Wandermodus navigiere, lockt mich Google Maps durch tolle Wälder und zwischen den Feldern der Region hindurch.

2.400 Höhenmeter brachte mir dieser Tag. Zum Glück durfte ich genau so viele Höhenmeter auch am selben Tag abwärts fahren. Dadurch hatte ich einige Abschnitte mit richtig Tempo.

Kurz nach Einbeck traf ich mich mit den anderen. Carsten beschloss dann, nach seiner gestrigen Pause, die restlichen 40 Kilometer auf dem Fahrrad zu absolvieren. Somit begleitete er mich. Wir fuhren über diverse Felder wussten manchmal nicht recht, ob das noch Wege sind oder nur noch freies Feld.

Felder auf dem Nikolausberg

Felder auf dem Nikolausberg

Kurz vorm Ziel haben wir dann richtig Spaß in den Bergen von Göttingen gehabt. Unsere Unterkunft war bei einem Bekannten. Und dieser wohnt auf dem Nikolausberg. Nicht irgendwo dort, sondern am höchsten Punkt. Also auf geht’s und die letzten 5 Kilometer stur bergauf.

Etappe 4: Göttingen – Bad Hersfeld (120 km)

Ich wusste was ich am Vortag aufwärts fuhr. Entsprechend freute ich mich, als ich gleich mal bergab durfte. Die ersten sieben Kilometer ging es ohne Treten, nur mit der Bremse abwärts. Leider hatte ich mal wieder Regen und knapp 10 °C sind keine gute Kombination. So toll die Abfahrt auch klingt: sie war Mist! Bei anderen Temperaturen und ohne Regen, hätte ich die wirklich genießen können. Unter diesen Umständen war ich am Ende der Abfahrt aber so durchfroren wie schon lange nicht mehr. Am liebsten hätte ich mir direkt ein Café gesucht und mich in eine Decke verpackt. Was ein blöder Beginn des Tages.

Entlang des kleinen Fluss „Leine“ konnte ich mich dann aber „warmtreten“. Und das tat wirklich gut. Nach fast zwei Stunden hörte auch der Regen endlich auf und die Sonne kam durch. Ich fuhr Kilometer für Kilometer ins Thüringer Becken hinein. Irgendwann war um mich herum alles nur noch Waldlandschaft. Und ich stand mitten drin. Toll.

etappe-4-ehemalige-grenze

Über Witzenhausen und Bad Sooden-Allendorf, ging es immer auf Wald- und Wanderwegen in Richtung Bad Hersfeld. Nach ca. 80 Kilometern traf ich mich wieder mit Sebastian, Stefanie, Carsten und Oliver. Den letzten Teil haben wir dann wieder zu Dritt abgerollt. Carsten und Oliver konnten die Landschaft ebenfalls genießen.

Auf den letzten 10 Kilometern kam der Regen zurück. Wir waren gerade zwischen Feldern unterwegs und hatten die letzten Anstiege nach Bad Hersfeld noch vor uns. Plötzlich ein Wolkenbruch. Wir mussten kurze Zeit im Wald pausieren, weil während der Fahrt einfach keine Sicht nach Vorne mehr war. Durchnässt erreichten wir dann zu Dritt die kleine Pension und waren froh, schon bald unter der Dusche zu stehen.

Zwischenfazit der Tour (580 km bisher)

Mit bereits 580 km Distanz ist hier bereits die Halbzeit der Strecke erreicht. Aber erst 4 Tage auf dem Fahrrad liegen hinter mir. Bisher geht es mir gut. Ich wusste aber, dass die nächsten zwei Tage nicht leicht werden. Würde ich weiterhin über hundert Kilometer am Tag fahren, kriege ich bis zum Ziel noch etliche Probleme.

Wie sich viele vorstellen können, schmerzt trotz Hirschtalgsalbe und Polster in der Hose, irgendwann dennoch der Hintern. Ein vermessener Sattel ist eine gute Hilfe, aber kein Allheilmittel. Natürlich hatte ich den. Die Druckstellen an den Sitzknochen machten sich dennoch bemerkbar.

Wollte ich die Radtour von Flensburg nach Oberstdorf ordentlich weiterfahren, ist es nicht sinnvoll weiterhin so lange Strecken zu fahren. Damit sich der Hintern erholen kann, entschied ich gemeinsam mit allen Beteiligten, die Reise um einen Tag zu verlängern und dafür die ganzen letzten Etappen zu kürzen. Ein Tag mehr auf dem Rad bedeutet jeden Tag mindestens eine Stunde weniger auf dem Fahrrad. Und so toll wie die Tour bisher lief, war es mir auch sehr recht diesen Naturgenuss noch etwas länger zu genießen.

Etappe 5: Bad Hersfeld – Bad Brückenau (85 km)

Die Entscheidung zur verlängerten Tour motiviert mich, in Bad Hersfeld frühzeitig auf dem Fahrrad zu sitzen. Mein Ziel ist das ca. 80 km entfernte Städtchen Bad Brückenau. Zwischen Start und Ziel befindet sich Fulda. Luftlinie wäre es eine sehr schöne Route, aber ich habe mir vorgenommen große Städte zu umfahren. Deshalb ging es rechtsseitig an Fulda vorbei.

Radtour nach Bad Brückenau

Hier boten sich mir am heutigen Tage wunderbare Seitenstraßen, Feldwege und auch wenig befahrene Landstraßen. Die Region wartete mit insgesamt 800 Höhenmetern auf mich. Teils ging es über richtig tolle Straßen durch den Wald. Der Verkehr war ruhig. Vom Wetter kann ich nicht schwärmen, aber bis auf ein paar Regentropfen war es sonst trocken.

Meine Tour endete in der Pension „Sonnenkanzel“. Abseits der Stadt, hoch oben auf einem Berg. Ich war natürlich nicht schlau genug um mir die Details dieser Zieleinfahrt genau anzuschauen. Am Ende musste ich Steigungen von 15% bewältigen und die letzten 3 km gab es keine Stelle mehr zum Ausruhen. Die Wasserflaschen waren leer und es ging tatsächlich nur noch bergauf – ausnahmslos! Die Rhön eben!

In der Pension angekommen, würde ich aber vom besten Kuchen der Tour, sowie reichhaltigem Abendessen belohnt. Und als Gruppe war sowieso jedes Ankommen toll.

Etappe 6: Bad Brückenau – Rottendorf / Würzburg (100 km)

Der Vortag endete mit einem köstlichen Abendessen. Der nächste Tag begann mit leckerem Frühstück. Das Buffet war ausreichend groß. Mein Hunger auch. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt zu frühstücken. Am Anfang der Tour fiel es mir schwer weil ich sonst auch nicht gerne frühstücke. Beim Sport muss das aber sein und immer erst unterwegs damit anzufangen ist keine Lösung.

Frühstück in der Pension Sonnenkanzel

Das Wetter meint es … mit uns. Es regnet, okay, nieselt. Kurze Dehnübungen und ein bisschen aufwärmen, dann geht es mit Carsten aufs Rad und ab nach Rottendorf. Irgendwo bei Würzburg. Die Rhön wird uns schon führen und da wir gestern ja die letzten 3 km nur bergauf sind, dürfen wir heute – vollkommen logisch – mit einem weiteren Anstieg beginnen! Ja, wo ein Berg, da auch eine Spitze. Und diese mussten wir erst noch erreichen.

Kette links, ging es mit hoher Trittfrequenz im ersten Gang den verfluchten Berg hinauf in den Wald. Nur um danach von richtig guten Waldwegen begrüßt zu werden. Fester, leicht feuchter Waldboden. Es fährt sich weich wie auf Watte. Kein Rutschen und leider auch kein Sonnenstrahl. Purer Wald eben.

Knapp 100 Kilometer sind es bis nach Rottendorf. Auf diese Distanz sind erneute 800 Höhenmeter wirklich nicht dramatisch. Doch da wir teilweise Wanderwege fahren, mussten wir auch kurze und knackige Steigungen absolvieren. Es rollte aber gut. Heute ging uns im Wald aber gerade auf der ersten Hälfte auch mal der Weg aus. Die Karte führte uns in den Wald. Auf einem Trampelpfad entlang. Und plötzlich war dieser weg.

Wir sind dann quer durch den Wald, möglichst immer gerade aus und irgendwann waren wir wieder auf einem Weg.

Nach der Mittagspause – endlich mal einen Dönerteller – ging es dann zu dritt weiter.

Hammelburg nach Rottendorf

Ab Mittag sollten wir dann Hammelburg kennenlernen. Jedoch nicht den Ort, sondern den Truppenübungsplatz. Bis auf ein Bild der Schranke, verzichte ich an dieser Stelle auf die Details der Radtour im Bereich Truppenübungsplatz Hammelburg. Sind wir mitten durch? Sind wir außenherum? Es wissen nur wir drei!

Truppenübungsplatz Hammelburg Radtour

Am Ende des Tages sind wir gut in Rottendorf angekommen. Ganz lies sich Würzburg nicht vermeiden, da wir nicht einen noch größeren Bogen fahren wollten. Der Tag war anstrengender als angenommen. Für manch einen sogar nervlich eine echte Herausforderung.

Etappe 7: Rottendorf – Rothenburg / Tauber (70 km)

Kein Regen? Na nu, was läuft denn falsch? Nichts, heute meint es das Wetter gut mit uns. Es geht nach Rothenburg / Tauber. Google Maps navigiert durchs Flachland. Die ersten Kilometer sind wir zwischen Felder lang. Das Wetter war weiterhin gut. Einzig der Wind. Zum ersten Mal auf der Tour gab es einen wirklich windigen Tag. Nicht mal oben an der Küste war es so. Zwischen den Feldern wurden Oliver und ich ordentlich vom Wind bearbeitet, bevor wir dann auch kleine Waldstücke erreichten.

Der Tag bot ehrlich gesagt wenig. Es waren kurze 70 km die wir nach 4 Stunden abgearbeitet hatten. Dafür hatten wir in Rothenburg dann frühzeitig Feierabend. Kamen vor dem Wohnmobil von Steffi und Sebastian an und konnten unser Zimmer beziehen. Warm duschen und dann die Beine hochlegen. Am Abend trafen wir uns auf dem Campingplatz und haben diesen dort verbracht.

Etappe 8: Rothenburg / Tauber – Ellwangen (65 km)

Regeneration ohne Stillstand. 65 Kilometer bis nach Ellwangen. Gestartet sind wir zu dritt bei tollem Wetter mit Aussicht auf blauen Himmel. Diesen Tag wollten wir genießen. Der Himmel klarte zeitnah auf. Wir fuhren durchgehend abseits großer Straßen – wie eigentlich seit Flensburg – und hatten Google Maps auch nur noch im Fußgänger-Modus.

Wälder, Feldwege, Radwege. Kein Wind aber dafür Sonnenschein ab Mittag. Nach 4 ½ Stunden war die Tour vorbei und wir haben Ellwangen mit dem Fahrrad erreicht. Ich komme der 1.000 km Marke mit dem Fahrrad immer näher. Die Tour von Flensburg in die Alpen macht mir nach wie vor Spaß. Meinem Hintern geht es in der Zwischenzeit auch wieder gut. Welch’ wichtige Information.

Etappe 9: Ellwangen – Ulm (85 km)

Radtour nach Ulm

Oberkochen, Königsbronn, Steinheim am Albuch, dies sind die ersten Orte bis zur geplanten Mittagspause. Ich befinde mich auf dem Weg nach Ulm. Der Tag startet mit der Fahrt nach Aalen. Diesmal ist es nicht sinnvoll die Stadt zum umfahren. Deshalb sind wir zu dritt mitten durch und haben uns danach durchgehend auf Radwegen aufgehalten.

Bis Ulm sind nur 650 Höhenmeter zu überwinden. Nach der Mittagspause haben wir kleine Nebenstraßen und Waldwege benutzt. Die Region ist für Radfahrer wirklich zu empfehlen. Kein Vergleich mit dem Tag von Ulm nach Kempten und dann Oberstdorf, aber wer gerne im Wald fährt und dabei nicht ständig nur bergauf und ab will, der kann hier noch gut fahren.

Ulm erreiche ich nach etwa 85 km.

Bei der Ankunft denke ich auch das erste Mal darüber nach, dass jetzt nur noch zwei Etappen vor mir liegen. Morgen werde ich die 1.000 km Marke übertreffen. Die letzten 985 km waren anstrengend, anspruchsvoll und auch menschlich manchmal eine kleine Probe. Ich habe aber im Gegenzug auch den Kopf bereits richtig frei bekommen. Konnte mich der Freizeit und Freiheit komplett hingeben und die Natur und den Sport genießen. Nur noch zwei Tage, dass ist ein Gedanke der mich an diesem Abend traurig stimmt. Und so ziehe ich mich auch zurück und warte aufs Frühstück am nächsten Morgen.

Eine Runde schwimmen war aber noch drin.

pool-radtour

Etappe 10: Ulm – Kempten (100 km)

Fernab der Gedanken des letzten Abends, geht für mich der vorletzte Tag los. Ich freue mich auf die Fahrt nach Kempten. Auf die 1.000 km Marke die ich heute knacken werde. Auf die Alpen im Hintergrund – die zugegeben noch sehr klein erscheinen – und auf die Hügel der Region.

allgaeu

85 km sind für diesen Tag geplant. Doch der Gedanke daran, heute fast am Ziel zu sein, erscheint mir nicht real. Daher plane ich unterwegs dezent um und fahre stattdessen eine 100 km Route. Das Allgäu belohnt mich den kompletten Tag für diese Entscheidung. Wellenreiter, treffender ist die Tour an diesem Tag nicht zu beschreiben. Es geht auf und ab, Berg und Tal reihen sich aneinander.

An dieser Stelle, auf einer kleinen Brücke über der Iller, erreiche ich meine 1.000 km dieser Radtour vom Norden nach Süden in Deutschland!

1000 km Radtour an der Iller

Bis zum heutigen Ziel, Kempten, ist es noch eine ganze Ecke. Ich genieße jeden Kilometer und auch wenn die Hügel im Allgäu etwas an den Muskeln ziehen, so ist es für mich kein Problem die Pedalen eine weitere Runde rotieren zu lassen.

Etappe 11: Kempten – Oberstdorf (45 km)

Wow, der letzte Tag, nochmal aufs Rad und 45 km purer Genuss!

Radtour von Kempten nach Oberstdorf

Die Radtour von Kempten nach Oberstdorf ist anders, komplett anders, als die Tage zuvor. Für Oliver geht es ab Kempten gemeinsam mit Familie in den Urlaub nach Österreich. Dafür begleitet mich am finalen Tag Georg, der extra aus München anreiste um die letzten Kilometer mitfahren zu können. Mit im Gepäck, seine Drohne.

Radtour von Flensburg nach Oberstdorf - Ziel

Wir haben unterwegs tolle Videos und Fotos von der Landschaft gemacht. Sind spontan in den Fluss gelaufen. Haben die Drohne neben uns her fliegen lassen. Und haben es dennoch geschafft, irgendwann mittags auch in Oberstdorf anzukommen!

Gesamt: 1.130 km

Fazit der Radtour durch Deutschland

1.130 km sind eine Herausforderung. Sie waren für mich gut zu fahren und ich habe mir anfangs vermutlich mehr Sorgen gemacht als nötig. Aber dann war ich wenigstens auf alles vorbereitet. Nur mit dem Fahrrad vom Norden in den Süden Deutschlands zu fahren ist eine Erfahrung, die ich jedem mal nahelegen kann. Ich durfte unsere Landschaft neu kennenlernen. Habe Regionen gesehen, die ich sonst entweder nur noch nie besuchen konnte oder auch gar nicht wollte.

Am besten gefiel mir tatsächlich das Allgäu. Wenn es mich irgendwann mal wohin verschleppt, dann definitiv dort hin. Irgendwo nördlich von Kempten, aber nicht weit von dort entfernt, würde ich mir ein Häuschen zulegen und mich niederlassen. Oberstdorf ist auch schön und die Region dorthin auch, aber nein, nicht direkt mein Favorit.

Gastfreundlichkeit bot sich mir übrigens überall. Egal in welcher Pension oder welchem kleinen Hotel ich war, es war klasse. Auch die verschiedenen Stationen zwischen den Tagen waren immer eine gute Entscheidung.

Ich hatte keine einzige Panne. Der Schwalbe Big Apple Plus mit seinen 28 Zoll hat sich gelohnt. Da ich kein grobes Gelände fuhr, reichte das leichte Profil auch immer aus.

Ich würde es wieder tun, aber diesmal nicht andersherum, sondern von Westdeutschland nach Ostdeutschland, oder umgekehrt. Und wieder eine ähnliche Distanz, also wohl über die Ländergrenzen.

Ich fahre seit vielen Jahren Mountainbike und seit 2013 Rennrad. Mit dem Rennrad nehme ich an großen Events wie der Vätternrundan in Schweden oder der Mecklenburger Seen Runde teil.

3 Comments

3 Kommentare

  1. Eugen

    23. September 2015 at 21:09

    Klasse Tour, sehr spannend!

  2. Eugen

    24. September 2015 at 09:05

    Es wäre aber auch interessant in der Praxis die Routenführung von Google Maps mit z.B. Komoot zu vergleichen.

    • Soeren

      2. Januar 2016 at 12:38

      Der Vergleich wäre interessant ja. Ich nutze aber lieber Google Maps, da ich dann doch noch etwas mehr Flexibilität habe. Bei Komoot weiß ich zu schätzen, dass ich vorher schon Informationen über den Straßenbelag bekomme. Was mich aber nur mit dem Rennrad richtig interessiert. Den Akku belasten beide Programme nahezu identisch. Da habe ich schon auf kürzeren Strecken immer experimentiert.

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