Wer in Gruppen mit dem Fahrrad unterwegs ist wird die typischen Verständigungsprobleme kennen. Deshalb sollte man die einheitlichen Handzeichen kennenlernen und immer anwenden. Handzeichen sind nicht nur auf dem Rennrad in schnellen Gruppen sehr wichtig sondern helfen auch bei Touren auf dem Trekking-Rad oder Mountainbike. Immer wenn sich Gruppen bilden – oder auch schon paarweise gefahren wird – sollte man wichtige Handzeichen kennen.

Wichtige Handzeichen

Um im kurzen Abstand zum Vordermann auf dem Rennrad fahren zu können muss man die Handzeichen im Radsport verstehen. Ganz nach dem Motto „wer schreibt, bleibt“ will ich die wichtigsten Handzeichen hier aufschreiben und für mich und meine Teilnahme an kommenden Events wie der Vätternrundan lernen.

Hand heben – Achtung!

Das wichtigste Handzeichen überhaupt ist das der Warnung. Ist Gefahr voraus, hebt der Vordermann die Hand deutlich nach oben. Es sollte die ganze Hand ausgestreckt sein und kein einzelner Finger. Denn sonst könnte es eine neue Bedeutung erhalten.

Dieses „Achtung!“ zeigt man an jeder Kreuzung ohne Vorfahrt und rechtzeitig bei allen anderen Situationen wo sich die Radfahrer bremsbereit halten sollen und keinesfalls beschleunigen sollten. In großen Gruppen trägt das Handzeichen jeder Fahrer nach hinten in der Gruppe durch. Nur dann wird es überall gesehen.

Handzeichen über Kopf – Richtungswechsel!

Wird die aktuelle Route durch eine Abbiegung umgeleitet oder es kommt zu einem kompletten Richtungswechsel, zeigt man diesen mit der Hand über Kopf an. Das Handzeichen muss unbedingt über dem Kopf gezeigt werden weil es die Gruppe sonst nicht sehen kann. Einfach mit dem Finger über dem Kopf in die jeweilige Richtung zeigen in die man abbiegen wird.

Hand heben – Finger ausstrecken!

Hebt ein Radfahrer die Hand nach oben – wie beim Achtung! – und streckt einen oder zwei Finger aus, sollen die Hinterherfahrenden eine einzelne oder eine doppelte Reihe bilden. Sinnvoll ist dieses Handzeichen zum Beispiel wenn es zu Engpässen auf der Route kommt. Hier soll sichergestellt werden, dass jeder Radfahrer gut durch die Engstelle kommt. Natürlich muss auch dieses Handzeichen wie jedes andere, unbedingt nach hinten durchgereicht werden.

Handzeichen auf dem Rennrad

Hand hinter den Rücken – stehendes Hindernis umfahren!

Beim Radfahren muss unbedingt zwischen stehenden Hindernissen und solchen die am Boden liegen unterschieden werden.

Kommt Gegenverkehr, befindet sich ein Hindernis auf der linken Seite. In diesem Fall wird die linke Hand hinter den Rücken getan. Dann winkt man mit dieser nach rechts. Das signalisiert die Gefahr linksseitig und fordert dazu auf rechts zu bleiben oder sich frühzeitig rechts einzuordnen.

Bei Gefahr von rechts, beispielsweise durch ein parkendes Auto bei der Ortsdurchfahrt oder auch beim Überholen langsamer Radfahrer, wird die rechte Hand auf den Rücken getan und man winkt die nachfolgendenden Fahrer nach rechts rüber.

Gestreckter Finger zum Boden – Hindernis auf der Strecke!

Größere Steine, Äste oder auch Glas sind gute Beispiele um anderer Fahrer in der Gruppe vor einer Gefahr am Boden zu warnen. Dabei streckt man den Arm und Zeigefinger seitlich schräg zum Boden. Immer zu der Seite auf der sich die Gefahrenstelle befindet.

Es kann sehr hilfreich sein wenn man zusätzlich noch einen Ruf in die Gruppe gibt. So wissen die anderen zumindest auch schon um welche Art (bei Glas sehr hilfreich) von Hindernis es sich handelt.

Gestreckter Arm und flache Hand – Großflächiges Hindernis am Boden!

Schlaglöcher signalisiert man besser nicht mehr mit einem gestreckten Finger sondern mit ausgestrecktem Arm und der Handfläche, die in Richtung Boden zeigt. Als wolle man der Straße seinen Stempel aufdrücken. Dadurch wissen anderer Sportler hier kommt ein Schlagloch oder anderes Hindernis was großflächiger ist und eine noch höhere Gefahr darstellen kann.

Zeigefinger hinterm Rücken schwenken – waagerechtes Hindernis!

Bahnschienen und größere Äste sind typische waagerechte Hindernisse. Vor solchen Hindernissen warnt man durch einen schwenkenden / winkenden Zeigefinger auf dem Rücken.

Ja, auch Bahnschienen stellen für Radfahrer durchaus ein Hindernis dar, auch wenn es in den meisten Fällen sehr zügig und problemlos überfahren werden kann. In der Gruppe maximiert sich die Gefahr enorm. Denn hier hat ein Sturz schnell ernsthafte Folgen und kann viele nachfolgende Radfahrer ebenfalls zum Sturz bringen.

Finger hinter dem Rücken schnipsen – Abstand fordern!

Es gibt gute Gründe um den Hintermann zu mehr Abstand aufzufordern. Oft sind es nur Zentimeter die das eigene Hinterrad vom Vorderrad des Nächsten trennen. Geht man in den Wiegetritt über – also aus dem Sattel raus – bewegt sich das Fahrrad anders. Das Rennrad rollt nicht mehr nur vorwärts sondern erzeugt auch eine Bewegung nach hinten. Ist der Abstand dann zu klein wird der Hintermann unweigerlich ins Rad fahren und es kommt schlimmstenfalls zum Sturz.

Vermeiden kann man dies durch ein einfaches Signal auf dem Rücken. Entweder man macht mit der Hand eine schiebende Bewegung die unmissverständlich ist oder man schnipst den Fahrer symbolisch mit den Fingern weg. Sollte der Fahrer es nicht verstehen hilft ein Ruf „Achtung, mehr Abstand!“.

Zur eigenen Sicherheit sollte man erst dann den Wiegetritt beginnen wenn wirklich ein paar Zentimeter mehr Luft vorhanden sind.

Fazit

Wie sinnvoll die Handzeichen besonders in Gruppen sind dürfte jedem der es gelesen hat einleuchten. Ich werde diese noch ein paar Mal selbst lesen und dann sitzen sie. Wenn ich noch weitere Handzeichen finde ergänze ich meine Auflistung sehr gern. Es macht das Rennrad fahren für die gesamte Gruppe deutlich sicherer. Wichtig ist nur, immer die Zeichen durch die gesamte Gruppe zu reichen. Man sieht wirklich schon wenige Reihen weiter hinten keine Handzeichen mehr vom Führenden.

Bild 1 © davis – Fotolia.com
Bild 2 © Stefan Schurr – Fotolia.com

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