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Canyon Dude CF 9.0 im Test bei Fahrrradblog.de

Testberichte

Fatbike: Canyon Dude CF 9.0 im Test

Das Fatbike aus dem Hause Canyon ĂŒberzeugt im Test und ist fĂŒr uns eine klare Empfehlung!

Das Canyon Dude CF 9.0 befindet sich seit März 2016 im Test bei Fahrradblog.de. Damit ist das Fatbike in einem Dauertest. Es wurde bereits über 800 km gefahren und jetzt erfolgt der erste Testbericht mit meinen Eindrücken vom Canyon Fatbike Dude CF 9.0 in der Standardausführung.

canyon-bikesZum Start in den März lieferte Canyon das Fatbike Dude CF 9.0 für einen Test. Seither habe ich mit dem Bike bereits über 800 km auf unterschiedlichen Untergründen und bei Wind und Wetter zurückgelegt. Bisher ist das Fatbike dabei in der Standardausführung wie es auf der Webseite von Canyon zu sehen ist.

Dies bedeutet, es folgende Komponenten verbaut:

ProduktCanyon CF 9.0 Fatbike
Bisherige Distanz834 km
RahmengrößeL
RahmenmaterialCarbon
GabelRockshox Bluto RL
SteuersatzCane Creek 40
SchaltwerkShimano Deore XT Shadow Plus
UmwerferShimano Deore XT
SchaltgriffeShimano SLX
BremsenShimano SLX
ZahnkranzShimano SLX
KetteKMC X10-93
LaufräderDT Swiss BR 2250
ReifenSchwalbe Jumbo Jim 26×4.0
KurbelE.Thirteen TRS for Fatbike
LenkerCanyon H15 Rise AL
VorbauCanyon V12
GriffeErgon GE1 Slim
SattelIridium 3-5
SattelstützeCanyon S29 VCLS CF
SattelklemmeCanyon Clinger

Soviel zu den technischen Daten, jetzt zu den Details, meinen Erfahrungen und dem Test vom Dude CF 9.0. Der Testbericht wird auch in den nächsten Wochen noch weiter fortgesetzt, da ein echter Langzeit-Test natürlich jede Jahreszeit inne haben muss und der Schnee definitiv noch fehlt.

Canyon Dude CF 9.0 Testbericht

Über 800 Kilometer sitze ich inzwischen auf dem Fatbike. Die Blicke der Leute nehme ich längst nicht mehr wahr. Fragen beantworte ich mit Freude. Lockerem Untergrunde begegne ich mit einem Lächeln auf den Lippen. Fast könnte man meinen, für eine Routenplanung sei nur noch ein Lineal nötig. Wären da nur nicht die Seen und Flüsse. Denn wenn das Dude CF 9.0 was nicht kann, ist es schwimmen. Davon aber mal abgesehen begeistert das Fatbike meine Umwelt und mich.

Rahmen und Geometrie

Canyon stellt das Dude CF 9.0 als Carbon-Fatbike her. Entsprechend ist es mit nur etwas über 13 kg wirklich leicht – gemessen an dieser Standardausstattung. Der Rahmen ist rot / schwarz in matt. Spricht mich natürlich an, da es genau meine Farbkombination ist.

Die Züge von Schaltung und Leitung der Bremsen verlaufen fast alle im Rahmen. Hier hat Canyon nur die Leitung der hinteren Bremse nicht im Rahmen verlegt sondern führt diesen außen. Am sonst sehr aufgeräumten Rahmen fällt das auf, ist aber kein Problem. Spätestens beim Umbau auf eine SRAM Eagle XX1 oder Eagle X01 wird im Rahmen ein Kanal frei, da kein Umwerfer mehr gebraucht wird. Dann kann die Bremsleitung für hinten auch im Rahmen verschwinden.

Der feine Carbonrahmen vom Dude CF 9.0 Fatbike

Der feine Carbonrahmen vom Dude CF 9.0 Fatbike

Die Geometrie eignet sich hervorragend für Trails und ist auch bei Bergauf-Touren sehr angenehm. Das Steuerrohr ist im Vergleich zum Sitzrohr etwas überhöht. Dadurch bringt der Rahmen schon eine echt komfortable Grundlage mit. Da Canyon von Werk aus dem Dude einen kurzen Vorbau und breiten Lenker spendiert, bewahrheitet sich dieser Komfort auch bei der ersten Probefahrt.

Die Linien sind konsequent. Eine Diagonale vom Lenker bis zum Hinterrad, einfach schön anzusehen.

Das Canyon Dude CF 9.0 am Brunnen

Die Shimano Schaltgruppe

Das Fatbike wird von einer Shimano Deore XT angetrieben. Auf den letzten 800 Kilometern konnte die Schaltung überzeugen. Schaltvorgänge funktionieren schnell, treffsicher und auch unter starker Belastung ohne große Verzögerung. Selbstverständlich ist die Deore XT nicht die Endstufe am Markt, aber für ein Carbon Fatbike wie das Dude 9.0 in der Preisklasse um die 2.000 Euro, ist es mehr als nur solide.

Fangen wir hinten an.

Verbaut ist eine 10-fach Kassette über die sich die KMC X10-93 Kette dreht. Da an der Kurbel zwei Blätter sind, reicht eine 10-fach hinten meiner Meinung nach komplett aus.

10fach Kassette

10fach Kassette

Beim Schaltwerk setzt Canyon auf Shimano Deore XT. Eine gute Wahl, da es auch unter hohen Belastungen seiner Aufgabe zuverlässig nachkommt. Egal wie verdreckt das System im Test bereits war, aufgegeben hat es nie. Und es sah wirklich schon schlimm aus.

Shimano Deore XT Schaltwerk

Shimano Deore XT Schaltwerk

Gekurbelt wird mit der E.Thirteen TRS for Fatbike Kurbel. An ihr sind zwei Blätter montiert. Das kleine Blatt kommt mit 22 Zähnen und das große mit 36. In Kombination mit der 10-fach Kassette hinten ist das eine ordentliche Übersetzung die schnelle Abfahrten und steile Kletterpassagen gutmütig mitmacht.

Kurbel und Kättenblätter

Kurbel und Kättenblätter

Schaltvorgänge vorne steuert der Shimano XT Umwerfer. Auch dieser hat im Test bisher jede Situation überstanden und zufriedenstellend gemeistert. Ich selbst bin zwar inzwischen ein Freund von Schaltgruppen ohne Umwerfer, also 11 bis 12-fach Gruppen, aber diesen Schritt kann man ja nachträglich selbst gehen, oder man nimmt den Dude CF 9.0 Unlimited bzw den CF 9.0 EX die beide mit einer SRAM X01 kommen aber auch preislich höher angesiedelt sind.

Shimano XT Umwerfer

Shimano XT Umwerfer

Mir persönlich gefällt die Shimano XT Schaltgruppe am Dude CF 9.0 sehr. Da ich mit dem Dude dieses Jahr auch eine längere Tour mit etwas über 200 km bis nach Berlin absolviert habe, war ich zwischenzeitlich auch froh darüber, an der Kurbel noch zwei Blätter zu haben.

Auf der Tour konnte das Fatbike von Canyon auch seine Tourentauglichkeit beweisen. Die Route verlief ziemlich quer von Merseburg nach Berlin. Von Waldwegen, Feldwegen, Straßen und feinsten Wiesen war alles mit dabei. Von langsamen Passagen aufwärts bis hin zu Abfahrten mit 60 km/h konnte ich auch herausfinden wie feinfühlig das Bike auf die einzelnen Situationen reagiert.

Abfahrten: da komme ich auch schon zum nächsten Bereich, nämlich den Bremsen.

Shimano SLX Bremsen

Die komplette Bremsanlage ist eine Shimano SLX. Die kurzen Bremsgriffe passen sehr gut in die Optik des Fatbikes. Hinten befindet sich eine 160er Bremsscheibe und vorne hat sich Canyon für eine 180er von Shimano entschieden.

Hinten und vorne kann die Bremskraft sinnvoll dosiert werden. Die kleine Scheibe im Heck reicht für mich aus und bringt – sofern ich will – das Hinterrad auch zum Stillstand, egal auf welchem Untergrund ich mich befinde. Dazu muss man aber auch sagen, ich wiege nur 79 kg. Bei Fahrern die mehr Körpergewicht mitbringen kann hinten eine 180er Scheibe durchaus besser sein.

Vorne stoppt die große 180er Bremsscheibe das Canyon Dude CF 9.0 im Test stets mit Bravour. Da wirft es den Fahrer auch mal aus dem Sitz, wenn die Bremse nicht mit Vorsicht genossen wird. Von zu wenig Bremsleistung kann also nicht die Rede sein. Natürlich muss die Bremsanlage immer auf den Fahrer abgestimmt werden und ich gehöre sicher nicht zu den schweren Leuten.

Nach 800 km habe ich die Bremse zum ersten Mal entlüften und nachfüllen lassen. Trotz hoher Beanspruchung brauchte sie nur einen Schluck frische Flüssigkeit. Es war in den letzten Tagen einfach an der hinteren Bremse zu spüren, dass die Wirkung erst später einsetzte. Neues Material ist aber noch nicht nötig.

Federgabel, Reifen und Laufräder

Federgabel am Fatbike? Anfangs dachte ich auch, ich würde sie nicht unbedingt brauchen da die Reifen bereits eine gute Federwirkung haben. Von der Meinung bin ich inzwischen weg. Kleinere Unebenheiten bügeln die Schwalbe Jumbo Jim in 26×4.0 noch weg.

Kernige Wurzeln, tiefe Löcher auf Feldwegen und die Landung nach dem Sprung, sind aber definitiv ein Job für die Rockshox Bluto RL. Der Wirkungsgrad ist einfach ganz anders. Ich habe zuvor viele Erfahrungen mit Fatbikes ohne Federgabel gemacht und fand das okay. Den Unterschied muss man wirklich erst „im“ eigenen Handgelenk spüren.

bluto1

Geschlossen und geöffnet wird die Bluto direkt vom Lenker. Wie du auf dem unteren Bild siehst, hat der Reifen zwischen der Gabel noch ausreichend Freiraum. Hierbei handelt es sich um den Schwalbe Jumbo Jim 26 x 4.0. Die größere 4.8 Version passt ebenfalls dazwischen. Maximal 5 Zoll breite Reifen soll Platz in der Rockshox finden.

bluto2

Der Jumbo Jim wiegt in dieser Größe 1090 Gramm. Ich fahre allerdings die SnakeSkin Version. Wer auf die LiteSkin Version setzt, muss nur 990 g ins Rollen bringen. Da Schwalbe dem Reifen aber so schon eine ziemlich weiche Seitenwand spendiert hat, finde ich die SnakeSkin Version sinnvoller. Außerdem ist die SnakeSkin Version für eine Tubeless Version geeignet.

Schwalbe Jumbo Jim 26 x 4.00

Schwalbe Jumbo Jim 26 x 4.00

Positiv beim Jumbo Jim ist in jedem Fall sein niedriger Rollwiderstand. Vor allem auf festem Untergrund werden diese Karten voll ausgespielt. Ich kenne derzeit keinen Fatbike-Reifen der bei gleicher Größe einen noch geringeren Widerstand hat. Wohl bemerkt, auf festem Untergrund.

Der Luftdruck kann von 0,4 Bar bis 2,0 Bar variiert werden. Zu viel Druck und die Haftung geht auf losem Untergrund gnadenlos verloren. Zu wenig Druck sorgt auf festem Boden für Wadenkrämpfe. Für all das kann aber Canyon nichts, da es eine Reifensache ist. Die Wahl hat Canyon für den Dude CF 9.0 gut getroffen. Leichter Reifen passt einfach gut zum leichten Fatbike.

Wer etwas mehr Gewicht akzeptiert, muss sich den 45NRTH Flowbeist und Dunderbeist ansehen.

Montiert sind die Reifen am Dude CF 9.0 Fatbike auf den optisch ansprechenden DT Swiss BR 2250 Laufrädern mit DT Swiss Big Ride Naben in ihrer Mitte.

DT SWISS Big Ride

Mich sprechen die Ausfräsungen in der Felge absolut an. Für meinen Geschmack könnte Canyon hier ruhig optisch noch etwas mehr übertreiben und rotes Felgenband montieren. Schwarz passt aber natürlich ebenfalls gut. Ich werde mal sehen wo ich fürs Fatbike rotes Felgenband bekomme und es dann ausprobieren und berichten.

DT SWISS BR 2250

Abstand Kettenstrebe zu Kurbel und Schuh

Ein Punkt der meiner Meinung nach über kaufen oder nicht kaufen entscheidet, ist der Abstand von Kettenstrebe zur Kurbel. Canyon hat eine nach hinten sehr gerade laufende Kettenstrebe. Es gibt Hersteller die ziehen die Streben nach hinten raus noch mal nach außen, was bei größeren Schuhen dazu führt, dass der Fahrer beim Kurbeln an die Streben stößt.

Gerade geführte Kettenstreben

Zum Glück passiert das beim Dude Fatbike nicht. Der Platz zwischen der Kurbel und der Kettenstrebe ist auch so groß, dass selbst breite Schuhe niemals hinten raus an die Streben kommen.

Auf dem Bild ganz oben, wo das Dude CF 9.0 am Brunnen steht, sieht man auch sehr schön das die Kettenstreben bis nach hinten geradlinig verlaufen. Du kannst also selbst mit Schuhgröße 48 (ich habe 45) und mehr noch komfortabel fahren.

Lenker und Vorbau

Bei Lenker und Vorbau verzichtet Canyon auf Carbon und greift zum Aluminium. Der Lenker ist 760 mm breit und bietet einen positiven 15mm Rise. In Kombination mit einem 60 mm und 6° Vorbau passt das gut. Der Lenker ist nah am Körper und angenehm erhöht. Da der Rahmen bereits eine komfortable Geometrie hat, wird das hier nur nochmals unterstrichen.

Lenker am Fatbike

Die etwas aufrechte Position macht den Dude im Gelände sehr wendig. Enge Kurven meistern sich gutmütig. Steile Abfahrten fühlen sich extrem sicher an. Nur wer auf der Geraden ein Rennen sucht, sehnt sich ggf. nach einer gestreckten Körperhaltung und somit nach einem längeren Vorbau. Aber das sind individuelle Bedürfnisse an die sich das Fatbike mit wenigen Handgriffen anpassen lässt.

Fazit

Das Canyon Dude CF 9.0 ist bereits in der Standardversion ein ausgereiftes Fatbike. Im Gelände erobert es jeden Trail und in der Stadt gewinnt es das Rennen um die meisten Blicke. Ob Single Trails runter oder Treppen hinauf, alles nur eine Frage von Mut, Verstand und fahrerischen Können. Seitens dem Fatbike gab es im Test keine Einschränkungen.

Für derzeit 2.199 Euro ist das ein echtes Schnäppchen aus Carbon mit noch etwas Potential fürs Tuning.

Wenn ich etwas ändern würde, wäre es die Wahl der Reifen und das Upgrade auf eine 12-fach Schaltgruppe ohne Umwerfer. Also derzeit die SRAM Eagle XX1 oder X01. Mindestens jedoch hinten auf eine 10 – 42 Kassette um noch längere Berge klettern zu können. Vorbau, Lenker und Sattelstütze können durch Carbon-Komponenten noch getauscht werden um das Gewicht weiter zu reduzieren. Ist für mich aber kein Faktor der bei einem Fatbike Priorität hat. 😉

So geht’s weiter

In der kommenden Woche wird das Fatbike auf den Brocken getrieben. Sofern es noch länger bei mir bleibt, werde ich mit dem Austausch von einigen Komponenten experimentieren und natürlich fortlaufend im Fahrrad Blog darüber berichten.

Einen Kumpel hat das Dude CF 9.0 übrigens schon gefunden:

Dude und das Full Fat

Dude und das Full Fat

Herzlichen Dank an Canyon für die Bereitstellung des Fatbikes und das damit entgegengebrachte Vertrauen. 🙂

Ich fahre seit vielen Jahren Mountainbike und seit 2013 Rennrad. Mit dem Rennrad nehme ich an großen Events wie der VĂ€tternrundan in Schweden oder der Mecklenburger Seen Runde teil.

2 Comments

2 Kommentare

  1. Andreas Cronenberg

    23. Februar 2017 at 16:43

    Hallo, Sören!

    Danke fĂŒr den ausfĂŒhrlichen Testbericht zum Dude!
    Ich wĂŒrde mich ĂŒber einen Nachtrag bzw. ErgĂ€nzungen freuen. Wie stehtÂŽs mit dem Verschleiß auf lĂ€ngere Zeit? Hast du wie angekĂŒndigt Teile ausgetauscht? Sind sonstige SchĂ€den aufgetreten?
    Schönen Gruß aus dem Rheinland!
    Andreas

    • Soeren

      19. MĂ€rz 2017 at 12:03

      Hallo Andreas,

      ich plane fĂŒr die kommende Woche ein großes Update zu diesem Testbericht. Ich fahre den Dude CF 9.0 nach wie vor und bin fast tĂ€glich damit unterwegs. Es hat sich viel am Fatbike verĂ€ndert. Wird im Update dann alles stehen. 🙂

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