Radtour: Von Kahla (Thür) nach Merseburg

Saale Unstrut Wein

Samstag stand endlich mal wieder eine längere Radtour an. Mein Plan war es von Kahla (in Thüringen) mit dem Mountainbike zurück nach Merseburg zu fahren. Und den setzte ich um. Pünktlich zum Sonnenaufgang war ich in Kahla angekommen. Gemeinsam mit einem guten Bekannten sind wir mit dem Auto hin. Er begleitete mich dann die ersten 35 km mit dem Fahrrad bevor er wieder zurück zum Auto fuhr um seine Heimreise anzutreten.

Reibungsloser Start in Kahla

Wir sind in Kahla gut losgekommen. Der Regen der uns während der Anreise begleitet hat war auch verschwunden. Trübes Wetter konnte die gute Laune keinesfalls dämpfen. Die ersten Kilometer war der Weg nur aus Schotter und erdigem Untergrund. Den sonst asphaltierten Saale-Radweg habe ich sehnlichst vermisst aber dank Mountainbike war ich vorbereitet. Nachdem Rad und Fahrer nach einigen Kilometern schön dreckig waren kam auch der Asphalt-Weg. Kahla lag zu diesem Zeitpunkt sicher bereits 7 bis 10 Kilometer hinter mir.

Quer durch Jena

Ich hatte vorab schon geschaut wie sehr ich durch Jena muss oder ob es nur wie bei Naumburg ein Radweg außen herum ist. Jena durchquerten wir noch zu zweit und kamen auch recht gut durch. Viel habe ich von der Stadt nicht gesehen denn ich wollte möglichst bis 18:00 Uhr in Ruhe in Merseburg ankommen.

Hier ein kleiner Blick von über der Autobahn direkt in die Hügellandschaft am Rande der Stadt.

Berglandschaft um Jena

Zugegeben, so schön sieht es in der Realität nicht aus. Ich habe das Foto absichtlich so gemacht, dass Autobahn links und Plattenbauten rechts, nicht im Bild erscheinen. Dafür glänzt der Stadtrand aber mit exzellent ausgebauten Radwegen und einer hervorragenden Beschilderung für den Saale-Radweg. Und das ist mir wichtig!

Bis ich Jena richtig hinter mir lies waren wir auch schon bald 35 km gefahren und unsere Wege trennten sich. Mein Bekannter machte sich auf den Rückweg und nahm das Auto in Richtung Merseburg und ich fuhr weiter und hatte Ziele wie Großheringen als nächstes auf dem Tourplan.

15 Prozent Steigungen

Zuvor jedoch wurden wir noch von ein paar Steigungen überrascht. 15% hier und 15% dort sollten auch im weiteren Verlauf noch ein paar Mal auf mich zukommen. Die beste Steigung die ich erlebte waren knapp über 20% nahe Saaleck auf dem Weg nach Bad Kösen.

Jeder Weg nach oben wurde jedoch auch mit wunderbaren Aussichten belohnt. Somit bin ich gerne ins Schwitzen gekommen weil ich wusste was mich erwartet.

Panoramablick

Um überhaupt dort hoch zu kommen musste ich aber erst den falschen Weg einschlagen. Leider gibt es immer wieder Spaßvögel die gerne Schilder verdrehen. So bin ich statt in Richtung Bad Kösen erst nach Großheringen rein gefahren weil ich streng der Beschilderung vom Saale-Radweg folgte. Nach 5 Kilometern sah ich Schilder nach Eckartsberga und wurde skeptisch. Also die Navigation ausgepackt und nachgeschaut. Kehrt und wieder 5 Kilometer zurück. Schild wieder korrekt ausgerichtet und dann auf nach Saaleck.

Nach Bad Kösen über Saaleck führte der Radweg durch Waldgebiet und war entsprechend der Witterung sehr matschig und teils gefährlich rutschig weil steil. Immerhin musste ich wieder runter vom Hügel und der Weg hatte zwischendurch Stufen. In diesem Abschnitt ist der Saale-Radweg nicht familienfreundlich und man sollte sich eine alternative Route suchen falls Kinder oder sogar ein Anhänger dabei sind.

Ich selbst kann nicht klagen und bin gut durchgekommen. Nach 65 bis 70 Kilometern war ich mitten im Weinbaugebiet und konnte erneut die Aussichten genießen. Wo auf der anderen Seite im Tal der ICE vorbeirauscht herrscht hier direkt am Weinberg um diese Jahreszeit absolute Stille. Da an diesem Tag auch kein Wind wehte war wirklich alles ruhig. Zeit für eine kurze Pause um zu trinken.

Saale Unstrut Wein

Weiter bis Schönburg

Nach den Weinbergen fuhr ich komplett bis Schönburg durch. Ich hatte eigentlich noch vor Naumburg einen Halt fürs Mittagessen eingeplant und hoffte immer wieder auf ein offenes Restaurant oder Café direkt an der Saale. Fehlanzeige. Die meisten haben den kompletten Januar 2014 Betriebsferien und geschlossen. Andere waren ohne weitere Informationen einfach abgeschlossen.

Schon seit Jena tauchte alle zehn Kilometer die Werbung für einen alten Felsenkeller auf den Radweg lackiert auf. Ich dachte gut, dann fahre ich bis dort und esse da was. Auch hier schlechte Karten. Der so gut beworbene Felsenkeller hat ebenfalls geschlossen bis irgendwann Mitte Januar.

In Schönburg dann meine Hoffnung. Essen im Restaurant der Burg. Bedeutet zwar ich müsste bis hoch aber dafür erwartet mich dort leckeres Essen. Gesagt, getan und satt!

Rindsrouladen

Rindsrouladen, Apfelrotkohl und echte Thüringer Klöße wie ich sie kenne und mag. Dazu zwei Löffel Salat und die Welt geht in Ordnung. Einfach lecker gewesen und satt wird man auf jeden Fall. Zusätzlich noch zwei Bananensäfte und anschließend ein Stück Kuchen.

Mein Pech, das kein Restaurant zwischendurch geöffnet hatte wurde damit zum persönlichen Glück! 🙂

Weißenfels, Bad Dürrenberg, Merseburg

Auf zur Zielgeraden. In Schönburg hatte ich 86 Kilometer hinter mir und konnte Merseburg förmlich erahnen. Bis Weißenfels bin ich schnell durchgekommen und vom Tageslicht war nicht mehr viel übrig. Weißenfels zieht sich immer etwas, aber kaum hatte ich es hinter mir war ich auch schon in Bad Dürrenberg (117 km).

Von Bad Dürrenberg bis Merseburg musste ich mit Licht fahren. Die letzten 12 Kilometer direkt an der Saale führten mich zwischen den Feldern nahe der Straßenbahnlinie über Leuna bis Merseburg. In Merseburg angekommen war es natürlich nur noch drei mal in die Pedale treten und meine Tour war nach 128,8 Kilometern beendet.

Fazit

Fantastisches Wetter mit etwa einer Stunde Sonnenschein und sonst durchgehend 7° bis 9° C. Für Januar kann ich mich nicht beklagen. Es war meine erste Vorbereitungsstrecke auf Mecklenburg im Mai. Dort sind es auf der Mecklenburger Seen Runde dann 300 km an einem Tag mit dem Rennrad. Heute bin ich froh keinerlei Zwischenfälle gehabt zu haben. Keine Panne, keine technischen Defekte und auch gesundheitlich alles top. Am nächsten Tag fühlte ich mich ebenfalls super.

Im März denke ich den Unstrut-Radweg (190 km) dann vollständig abzufahren. Da dieser bei Naumburg auf den Saale-Radweg trifft und ich von dort noch nach Merseburg fahre, werden es insgesamt um die 230 km werden. Bis dahin kommen noch andere Touren. 🙂 Und im August / September dann den Saale-Radweg komplettieren. Wer Interesse hat mitzufahren kann sich gerne melden.

Daten zur Tour

8 Stunden und 45 Minuten war ich an diesem Tag unterwegs. Davon bin ich fast 7 Stunden mit dem Mountainbike gefahren. Die restliche Zeit waren kleine Stopps und die Pause fürs verspätete Mittagessen. Es waren 128,8 Kilometer wovon insgesamt 10 Kilometer falsche Route waren. Von Kahla nach Merseburg sind es auf dem Saale-Radweg ca. 118 Kilometer Wegstrecke.

Über Soeren 205 Artikel
Ich fahre seit vielen Jahren Mountainbike und seit 2013 Rennrad. Mit dem Rennrad nehme ich an großen Events wie der Vätternrundan in Schweden oder der Mecklenburger Seen Runde teil.

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