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KMX Cobra X Liegerad

Testberichte

KMX Cobra X Liegerad im Test

Ich habe das KMX Cobra X Liegerad im Test. Bei diesem Liegerad handelt es sich um ein Performance Trike, was seinen Einsatz nicht nur auf der Straße, sondern auch im Gelände vorsieht. Dank der vormontierten Stollenreifen ist Offroad-Spaß vorprogrammiert. Laut Hersteller macht die KMX Cobra X süchtig. Dies werde ich testen.

Vor einigen Tagen habe ich durch eine Messe von KMX Karts erfahren. Bisher galten Liegeräder für mich als sehr teuer. Als ich mir die Preise der KMX Karts ansah war ich deshalb sehr positiv überrascht. Und natürlich fragte ich direkt an, ob ich ein Modell testen kann. Dabei entschied ich mich für die KMX Cobra X. Im Test will ich herausfinden was Cobra X wirklich kann und ob es einen Grund gibt, warum die KMX Karts so günstig sind.

Das Modell im Test kostet 1.699 Euro und bietet die nachfolgend aufgeführte Ausstattung.

Technische Ausstattung

TestmodellKMX Cobra X
SchaltwerkShimano Deore
Anzahl der Gänge24
UmwerferMicroshift
SchalthebelMicroshift Drehgriff
KurbelKMX Alu
Kurbelübersetzung42-32-22 Zähne
Kassette8-fach mit 11-32 Zähne
Bremsen2x Bengal Scheibenbremsen
VorderradbremseTwinpull Hebel für beide Bremsscheiben
Hinderradbremseinkl. Parkfunktion
Vorderräder20“ Kenda K-RAD Reifen
Hinterrad24“ Kenda K-RAD
NabenKMX Naben

KMX Karts hat dem Modell Cobra X sehr solide Komponenten spendiert. Das robuste Shimano Deore Schaltwerk überzeugt bereits seit Jahren im MTB Sport und ist deshalb auch an diesem Liegerad sehr gut aufgehoben.

Bengal Scheibenbremsen am Cobra X Liegerad

Bengal Scheibenbremsen am Cobra X Liegerad

Die Bengal Scheibenbremsen sind groß genug um das Cobra X Liegerad im Gelände und auf der Straße zügig zum stehen zu bekommen. Die Parkfunktion an der hinteren Bremse ist äußerst sinnvoll. Bis ich die entdeckte dauerte eine Weile. Und in dieser Zeit habe ich immer wieder geflucht das es wegrollt wenn ich aussteige. Aber zu den Details der Komponenten später mehr. Sehen wir uns mal die technischen Details vom Cobra X im Test an.

TechnikCobra X
Sitzgepolsterter Liegesitz
SitzfunktionenPosition- und Winkelverstellung
Sitzwinkel39 – 45°
Sitzhöhe22 cm
Tretlagerhöhe39 cm
Bodenfreiheit13 cm
Länge187 cm
Breite81 cm
Höhe67 cm
Spurbreite76 cm
Radstand105 cm
Gewicht19.5 kg
Max. Zuladung100 kg (Offroad) – 135 kg (Onroad)
Körpergrößen150 cm – 195 cm
Rahmenmaterial Stahl und Alu
Farbeburnt orange

Die 13 cm Bodenfreiheit und 22 cm Sitzhöhe machen den niedrigen Schwerpunkt des Liegerades sehr deutlich. Hoch genug um im Gelände über Stock und Stein zu rumpeln und niedrig genug um schnelle Kurven auf Asphalt zu fahren oder Slides im Gelände zu bewältigen.

Cobra X - Niedriger Schwerpunkt

Cobra X – Niedriger Schwerpunkt für schnelle Kurven

Breite und Spurbreite erlauben es, mit dem Cobra X jede normale Tür zu durchfahren. Mit einer Länge von 187 cm passt es auch in die normalen Aufzüge an Bahnhöfen und findet in der Bahn Platz, sofern nicht bereits zu viele Fahrräder transportiert werden. Die Höhe von 67 cm lässt dich als Fahrer sehr flach sein, deshalb immer das Sicherheitsfähnchen hinten montieren um im Straßenverkehr jederzeit gesehen zu werden.

Der erste Kontakt

Ich bin zuvor nie ein Liegerad gefahren. Das Cobra X wurde vormontiert geliefert. Ich musste nur noch vorne den Ausleger auf die richtige Länge bringen und die Kette auf die dann eingestellte Länge einstellen. Alles in allem dauerte mich der Aufbau ca. 30 Minuten, weil ich natürlich auch die Anleitung studierte um ja keinen Fehler zu machen und nichts zu vergessen. Dann habe ich noch alle Schrauben kontrolliert und fertig.

KMX Karts warnt bereits auf der eigenen Webseite, dass die Cobra X gefährlich ist, denn sie macht süchtig. Wirklich? Ich bin optisch zumindest bereits jetzt angetan. Und der gepolsterte Sitz ist wahrhaftig bequem.

KMX Cobra X - gepolsterter Sitz auf niedriger Höhe

KMX Cobra X – gepolsterter Sitz auf niedriger Höhe

Sitz mit KMX Karts Logo

Sitz mit KMX Karts Logo

Ich sitze auf einer Höhe von 22 cm und die Kurbel befindet sich vor mir auf ca. 39 cm Höhe. Also um 17 cm überhöht. Gefühlt ist das erst komisch. Nach einer kleinen Runde merke ich aber, dass es vollkommen in Ordnung geht und wahrscheinlich sogar seinen Grund hat.

KMX Cobra X Schaltung

KMX Cobra X mit Shimano Deore Schaltwerk

KMX Cobra X mit Shimano Deore Schaltwerk

Das Shimano Deore Schaltwerk im Heck spielt gut mit der 3-fach Kurbel vorne, sowie den Microshift Drehgriffen zusammen. Sowohl vorne als auch hinten lassen sich die Gänge sehr gut und treffsicher wechseln. Für mich ist es ungewohnt mit Drehgriffen zu schalten, aber aus Platzgründen ist das hier sinnvoll.

KMX Karts - Microshift Drehgriff

KMX Karts – Microshift Drehgriff

Mit den 24 Gängen deckt KMX Karts eine gute Bandbreite an Übersetzung ab. Hinten sind 11 bis 32 Zähne auf 8 Ritzel verbaut.

Cobra X mit 8-fach Kassette hinten

Cobra X mit 8-fach Kassette hinten

Vorne gibt es 42, 32 und 22 Zähne zur Auswahl.

3-fach an der KMX Kurbel

3-fach an der KMX Kurbel

Für richtig knackige Anstiege wäre hinten ein 36er oder sogar 40er Blatt sicher besser, aber mit ausreichend Training lässt sich die Cobra X auch in dieser Übersetzung die Berge hochdrücken. Dennoch wäre der Wechsel auf ein größeres Blatt hinten und ein noch kleineres Blatt vorne, meine erste Maßnahme wenn ich mir ein Cobra X Liegerad kaufen würde. Und die Wahrscheinlichkeit ist extrem hoch. Eventuell würde ich auch über eine komplette SRAM XX1 oder X01 Gruppe nachdenken – selbstverständlich aber nicht gleich die neue SRAM Eagle.

Kettenführung

Die Kette ist bei einem Liegerad natürlich unglaublich lang. Sie kann deshalb auch nicht komplett frei geführt werden. KMX Karts führt die Kette parallel zum Ausleger durch Kunststoffrohre und auch unter dem Sitz geht es direkt wieder durch die Rohre.

Kettenführung am Cobra X

Kettenführung am Cobra X

Dadurch kann die Kette zwar schwingen, kommt aber weder gegen den Rahmen, noch kann man sich an ihr verletzen. Ein- und Ausgang der Kunststoffrohre werden sich wahrscheinlich auf Dauer abnutzen. Lassen sich jedoch ersetzen.

Meine erste Überlegung war natürlich, die Führungsrohre irgendwie zu fixieren. Das funktioniert aber nicht, da die Kette sich beim Schalten ja nach rechts und links bewegen können muss. In dem Moment wo ich ein Rohr befestige, nehme ich der Kette ihren Bewegungsfreiraum und kann nicht mehr sinnvoll schalten. Mit einer 1-fach Übersetzung vorne, könnte im kompletten vorderen Bereich jedoch eine Fixierung stattfinden. Nötig ist es aber keinesfalls, eher ein Tuningvorschlag.

Pedale

Definitiv werde ich die vormontierten Plattform-Pedale vor der ersten richtigen Ausfahrt tauschen. Ich habe schon bei kleinen Probefahrten gemerkt, dass an dieses Liegerad Klickpedale gehören. Auf einem normalen Plattform-Pedal bin ich die ganze Zeit nur einseitig am drücken, aber kann nicht kräftig an der Kurbel ziehen.

Außerdem muss ich die Füße permanent gegen die Pedale pressen. Ansonsten würde meine Beine einfach der Schwerkraft nachgeben, da ich ja, anders als auf einem normalen Fahrrad, meine Beine nach vorne strecke und nicht nach unten halte. Ich werde die Tage also Klickpedale anbringen und kann das auch jetzt schon jedem anderen Liegerad-Besitzer empfehlen.

Ich weiß nicht ob die montierten Pedale beim normalen Kauf dabei sind, oder ob es nur für meinen Test so war. Bei einem normalen Fahrrad gibt es beim Kauf i.d.R. ja keine Pedale dazu. Wenn die aber dabei sind, sind es wirklich gute Pedale die ich durchaus an einem normalen Bike fahren würde.

Praxis und Erfahrungen

Jetzt habe ich dir das KMX Cobra X Liegerad und seine Komponenten ausführlich vorgestellt. Der nächste Schritt ist der Praxistest und das sammeln eigener Erfahrungen mit diesem KMX Karts Produkt.

Die erste Ausfahrt

Ich bin das erste Mal mit der KMX Karts Cobra X auf der Straße gewesen. Die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer war ganz auf meiner Seite. Nachdem ich das durchs Fatbike fahren bereits gewohnt bin, war es mir nicht mehr unangenehm. Nicht nur Kids und Jugendliche schauten, auch Erwachsene. Eltern wiesen sogar ihre Kinder darauf hin und staunten gemeinsam. Witzig.

Gleich am ersten Tag stieß ich aber auch auf ein typisches Vorurteil. Ein älteres Ehepaar, vermutlich 60 Jahre aufwärts, sprach mich an und belehrte mich das es gefährlich wäre damit zu fahren. Man würde mich nicht wahrnehmen – die Blicke der Leute sprechen vom Gegenteil – und ich wäre total ungeschützt. Finde ich interessant.

Ich habe einen Helm auf – wie immer beim Radfahren – und nutze eine kleines Fähnchen hinten am Rad, das auf Höhe einer normalen Windschutzscheibe weht. Natürlich liege ich in meiner Position tiefer als beim normalen Fahrrad. Dafür falle ich aber durch die besondere Erscheinung stark auf. Auf dem Liegerad fühle ich mich nicht mehr oder weniger gefährdet als mit einem normalen Fahrrad.

Heute bin ich zum ersten Mal überhaupt mit einem Liegerad gefahren. Mir fiel schnell auf, dass ich an Kreuzungen etwas weniger Überblick habe. Ich muss mich bei Ausfahrten schon mal ziemlich nach vorne lehnen um alles zu sehen. Daran kann ich mich aber gewöhnen. Da ich i.d.R. außerhalb der Stadt fahre, komme ich in diese Situation äußerst selten.

Vom Fahrverhalten finde ich das KMX Liegerad richtig gut. Es liegt auf Asphalt in den Kurven gut. Ich muss mich in die Kurve legen, natürlich, aber dann geht sie sicher zu fahren. Slides um enge Kurven machen mit der vormontierten Scheibenbremse hinten richtig Spaß. Hier freue ich mich schon auf die erste Ausfahrt ins Parkhaus oder bei Regen.

Ich habe das sehr starke Bremsen mit beiden vorderen Scheibenbremsen heute auch vorher trainiert. Ich bin in der Lage, im Ernstfalls so stark zu bremsen, dass mein Hinterrad bis zu 30 cm über dem Boden ist ohne das ich mich unsicher fühle. Sprich, ich kann aus hohen Geschwindigkeiten so ziemlich von jetzt auf gleich zum Stillstand kommen und überschlage mich nicht. Es ist nämlich anzumerken, dass die Hinterradbremse beim Liegerad nur als Parkbremse und zum Driften um Kurven dient. Das Gewicht hinten ist zu gering als das diese Bremse für einen kurzen Bremsweg dienen würde.

Soviel meinerseits zu meinen ersten 20 km mit dem Cobra X im Rahmen des Tests. Am 04.04.2016 steht eine ausführliche Testfahrt mit 50 km Distanz und verschiedenen Untergründen auf dem Plan. Dann wird sich zeigen was das Cobra X Liegerad wirklich kann.

Die zweite Ausfahrt

KMX Karts hat mit dem Cobra X Liegerad ein sehr robustes Modell auf die Beine gestellt – so viel weiß ich bereits jetzt. Meine zweite Ausfahrt wurde ca. 40 km lang und führte mich über gemischten Boden. Anfangs fuhr ich mich auf Asphalt abseits der Stadt warm.

KMX Liegerad am See

KMX Liegerad am See

Später kletterte ich Berge und fuhr knackige Abfahrten. Zwischendurch spielte ich mit der Hinterradbremse und lies die Cobra durch die Kurven sliden. Ich sage dir, dass macht richtig Spaß. Als Gegenleistung zu meinen Slides bekam ich aber auch ziemlich bald das Gummi der Reifen auf der Straße zu sehen. Offroad machen Drifts dann richtig Spaß und schonen auch den Reifen.

Die Gummi-Mischung der Kenda, die bereits bei Lieferung von KMX Karts montiert wurden, ist recht weich. Besonders in schnellen Kurven oder scharfen Kurven zahlt sich das aus. Ich lenke ein und die Reifen packen nicht voll zu. Dadurch ergibt sich ein Untersteuern. Sinnvoll, denn die Alternative wäre eine Seitwärtsrolle, also ein Umkippen des Trikes. In diversen Foren las ich, dass die Vorderreifen sich wohl schnell abnutzen würden. Klar, jetzt weiß ich auch warum. Dafür sind sie aber auf Asphalt sehr gut zu fahren. Trägt das Liegerad mich durch Untersteuern zu weit aus der Kurve, hilft ein kurzer Zug an der hinteren Bremse und es entsteht sofort ein kontrollierter Drift.

An einer 20% Abfahrt mit purem Schotter habe ich heute die Bremsen ausprobiert. Nur die hintere Bremse hilft mir nicht. Ich rutschte mit dem Liegerad komplett den Berg runter, aber es war kontrolliert und langsam. Zum Stillstand kam ich aber erst unten. Mit den beiden vorderen Rädern konnte ich das Cobra X sofort auch an dieser Abfahrt zum Stillstand zwingen. Somit habe ich nun auch die Sicherheit, dem Liegerad auf steilen Abfahrten vertrauen zu können.

Der Sitz auf dem Liegerad war auch nach 40 km noch sehr bequem. Ich bin langsam unterwegs gewesen, da ich noch Fotos und ein paar Videos gemacht habe. Dieses Material bekommt ihr auch bald zu sehen. Alles in allem war ich drei Stunden im Sitz und hatte jede Menge Spaß.

Das 32er Blatt vorne (22, 32, 42 ist die Übersetzung) reichte mir für meine komplette Ausfahrt. Ich konnte Steigungen langsam hoch und Abfahrten schnell runter. Heute habe ich deshalb beschlossen, dass an das KMX Cobra X unbedingt vorne eine SRAM X01 Kurbel oder was gleichwertiges von Shimano gehört. Mehr als ein Blatt ist nicht nötig. Hinten träume ich von einer 10 – 42 Übersetzung. Details wird mein Tuning-Projekt euch zeigen.

Fazit

Der KMX Cobra X Test hat mir richtig viel Spaß gemacht. Ich werde noch viele Ausfahrten mit diesem Liegerad unternehmen und jede Minute genießen. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit, die Kommentare eignen sich perfekt. Freut euch aufs Tuning und wenn ihr Lust auf Liegerad- und Trikes habt, könnt ihr in unserer Facebook Gruppe diskutieren. Das Cobra X ist für 1.600 Euro ein absolut faires Produkt mit einer soliden Ausstattung, die viele Jahre die Treue hält und wenig Wartung benötigt. Wer schon lange über ein Liegerad nachdenkt und keine Federung braucht, sollte sich die KMX Karts Cobra X ansehen. Ich vermisse übrigens keine Federung. Im Gegenteil, ich genieße die direkte Ansprache auf alle Befehle und das Gefühl von einem Kart.

KMX Karts im Web

Ich fahre seit vielen Jahren Mountainbike und seit 2013 Rennrad. Mit dem Rennrad nehme ich an großen Events wie der VĂ€tternrundan in Schweden oder der Mecklenburger Seen Runde teil.

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